Exit

Während der Begriff Marathon bis auf den Meter genau definiert ist, kann man sich sicherlich darüber streiten, was man genau unter Trailrunning versteht. Wie steil, matschig, felsig oder wie unwegsam auch immer die Strecke sein muss. Als oller Asphaltcowboy begnüge ich mich mit Wald- und Forstwegen, die Dank des hessischen Berglandes zumindest den ein oder anderen Höhenmeter beinhalten.

Apropos Höhenmeter. Mein erster Ultramarathon im April 2016 hat auf seinen 65 Kilometern ordentliche 1750 HM, die es zu bewältigen gilt. Ein kleiner Part Singletrail ist als i-Tüpfelchen auch im Programm.

Ohne das geeignete Schuhwerk ist es wenig ratsam, dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Die Auswahl an Trailmodellen ist riesig, doch genügsam, wie ich nun mal bin, fallen zwei Schuhe in die engere Wahl. Einer davon ist der Brooks Cascadia 10, einen weiteren stelle ich euch demnächst vor.

Ausgepackt

Brooks Cascadia 10

Ich kokettiere ja gelegentlich (oder eher ständig) mit meinem hohen Alter. Vielleicht meinte man daher, mir besser das graue Modell des Cascadias für einen Test zur Verfügung zu stellen. Die grell-grünen Akzente setzen dann aber doch ein modisches Highlight. Grazil wirkt der Schuh jedoch nicht. Mit rund 370 Gramm am Fuß läuft man zwar nicht leichtfüßig durch die Landschaft, dafür aber gut geschützt. Auffällig ist der weitgehende Verzicht auf Nähte, statt dessen wurde geklebt und geschweißt was das Zeug hält – im wahrsten Sinne des Wortes. So, wie es sich bei einem modernen Laufschuh gehört.

Brooks Cascadia 10

Apropos modern – mittlerweile scheint man keine Laufschuhe mehr verkaufen zu können, ohne dass sich die Werbestrategen den Kopf zerbrechen, wie man denn die Käuferschar mit möglichst wissenschaftlichen Begriffen wie „BioMoGo DNA“, „Segmented Crash Pad“ oder „Ballistic Rock Shield“ beeindrucken kann. Aber davon später mehr.

Das Obermaterial des Schuhs besitzt eine asymmetrische Sattelkonstruktion, die recht gut durch die farbigen Textilbänder auf der Innenseite und die primär mit verklebten Strukturen auf der Aussenseite zu erkennen ist. Feuchtigkeitsregulierende und wasserabweisende Materialien sorgen dafür, dass man nicht gleich bei der erstbesten kleinen Pfütze nasse Füsse bekommt. Größere Menge an Wasser halten sie jedoch nicht fern. Meine Erfahrungen dazu weiter unten im Bericht.

Brooks Cascadia 10

Der Zehen- und vor allem der Fersenbereich sind ausreichend geschützt, die Polsterung von Zunge und Ferse ist fast voluminös zu bezeichnen. Alles in allem macht die Verarbeitung einen sehr hochwertigen und langlebigen Eindruck.

Spätestens wenn ich den Cascadia von unten betrachte, wird klar, dass der Weg ins Gelände möglichst ohne große Umwege erfolgen sollte. Das Profil schreit nach unbefestigten Wegen. Seine 10 mm Sprengung sind nicht wenig, gehen für einen stabilen Trailschuh aber durchaus in Ordnung.

Brooks Cascadia 10

Brooks Cascadia 10

Die grünen Stollen in der Mitte der Sohle sind größer als die grauen im Randbereich. Kurz vor der Ferse beißt sich eine Art Zägezahnprofil in das Gelände. Sogenannte Pivot Posts im Fersen- und Vorderfußbereich sollen für mehr Kontrolle sorgen. Das Ballistic Rock Shield, welches man durch die sechs kleinen Ausschnitte im Vorfußbereich erkennt, schützt den Fuß vor spitzen Steinen und anderen fiesen Überraschungen auf dem Trail. Dank der verschiedenen Profileigenschaften dürfte also für jeden Untergrund etwas Passendes dabei sein.

Was bietet der Sohlenaufbau sonst noch? Ein durchgängiges Segmented Crash Pad für sanftes Abrollen – darunter kann ich mir durchaus etwas vorstellen. Mit dem Begriff BioMoGo DNA schießt Brooks allerdings den Vogel ab. Ich darf mal gerade zitieren:

Unter einem Mikroskop kann man erkennen, dass Brooks-DNA aus einzelnen Molekülen besteht, die zu Strängen verbunden sind. Diese Stränge bilden wiederum Ketten und reagieren auf den Kraftaufwand auf den Fuß; sie verteilen den Druck und sorgen für Elastizität. Fazit dieser kleinen Physikstunde: Du bekommst eine perfekt auf dich zugeschnittene Dämpfung, die sich deinem Gewicht und Tempo, deinem Laufstil, deinen Bewegungen und deiner Laufstrecke anpasst – absolut individuelle Dämpfung statt Einheitsbrei.

Machen wir es kurz. Die Holde, ihres Zeichens Biolehrerin, ist lachend fast vom Sofa gepurzelt.

Anprobiert und ausgeführt

Nachdem wir uns nun an der durchaus amüsanten naturwissenschaftlichen Abhandlung ergötzt haben, schauen wir mal, ob sich die Werbeversprechen in der Praxis bewahrheiten. Zunächst probieren wir ihn mal an. An der Passform gibt es schon mal nichts zu meckern. Dank der Polsterung von Zunge und Ferse und einer gut funktionierenden Schnürung sitzt der Schuh komfortabel und bequem. Die herausnehmbare Innensohle bietet ebenfalls keinen Grund zu klagen, genau wie der ausreichende Platz in der Zehenbox.

Auf den ersten Metern war ich doch ziemlich überrascht. Der Cascadia gehört ja eher zu den stabileren Trailschuhen, die man für die langen Läufe nimmt. Dafür macht er allerdings einen recht dynamischen Eindruck. Das Abrollverhalten ist überraschend gut. Eine mittlere 4er Pace in dem Schuh – geht. Allerdings nicht auf Dauer. Das ist allerdings auch nicht der Job, den der Cascadia im April zu erledigen hat.

Überzeugen kann auch die Dämpfung. Sie ist weder zu weich noch zu hart. Scheinbar nehmen mir die Moleküle meinen Argwohn nicht übel, denn sie schlucken alles weg, was da so auf den Forst- und Waldwegen des Kaufunger Waldes die Füße ärgern könnte. Was nicht in ihrer Macht liegt, erledigt dann das Ballistic Rock Shield – man könnte auch Protektionsplatte dazu sagen.

Brooks Cascadia 10

Am Grip gibt es wenig zu meckern – so lange man nicht auf feuchten und glatten Steinen laufen muss. Ob Kopfsteinplaster, Basaltbrocken oder auch nasser Asphalt – da macht der Cascadia wenig Spaß, denn hier schmiert er ab wie ein Stück Handseife am Waschbeckenrand. Im trockenen Gelände gibt es jedoch keine Probleme, auf den obligatorischen Waldwegen mit Schotter und Matsch ebenfalls nicht. Genau das soll ja der Einsatzzweck für den Cascadia sein, insofern können wir durchaus auf Dauer Freunde werden.

Noch mal kurz was zum Thema nass: ich hatte den Schuh auf meinen langen Läufen einige Mal unter Wasser gesetzt. Das Material ist zwar wasserabweisend, wasserdicht jedoch nicht. Allerdings wird der Fuß durch das atmungsaktive Obermaterial schnell wieder trocken.

Fazit

Der Brooks Cascadia 10 ist eine echte Überraschung. Erwartet habe ich einen üblichen Trailschuh für die „langen Kanten“, also mehr oder weniger den Klotz am Fuß. Bekommen habe ich einen durchaus dynamischen Schuh mit einer ausgewogenen Dämpfung, der mich während der knapp 100 Testkilometer nie enttäuscht hat. Der Cascadia ist übrigens mein erster Brooks im Schrank. Ich denke mal, es wird nicht der letzte sein. Ob er mich auch beim Ultratrail im April begleiten wird? Ich habe es oben schon erwähnt – ein weiterer Testkandidat steht noch parat. Wer es von den beiden Schuhen wird, erfahrt ihr spätestens am Tag X.

 

Für die Transparenz

Brooks hat mir die Schuhe kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Testbericht habe ich aus freier Hand geschrieben. Es wurde keinerlei Einfluss auf den Inhalt oder die Bewertung genommen.

Brooks Cascadia 10

140 €
Brooks Cascadia 10
9.0833333333333

Passform

95/10

    Design

    85/10

      Stabilität

      95/10

        Dynamik

        85/10

          Verarbeitung

          95/10

            Spaßfaktor

            90/10

              Positiv

              • - Tolles Laufgefühl
              • - Ausgewogene Dämpfung
              • - Gute Verarbeitung

              Negativ

              • - Schmierig auf nassem Belag

              24 Kommentare

              1. Comment by Alex

                Alex Antworten 29. Dezember 2015

                10mm Sprengung gehen in Ordnung, warum?
                Die Sprengung eines Schuhs hat nichts mit dem Einsatzzweck zu tun. Sie dient einzig und allein dem „Komfort“ des Läufers. Ohne Sie wäre der ganze Marketing SchnickSchnack von dem Du berichtest nämlich nicht möglich – wo sollte man den denn ganzen Kram auch hinbauen? 10mm Sprengung auf 30cm Schuh ergibt übrigens ein Gefälle von rund 3% mit dem Du bei __jedem__ Schritt Konfrontiert wirst, die Knie werden es danken…

                • Comment by Martin

                  Martin Antworten 29. Dezember 2015

                  Ok, ich hätte vielleicht schreiben sollen, dass sie für mich in Ordnung gehen.

                  Nicht aber deiner Meinung bin ich, wenn es um den Einsatzzweck geht. Auf einem Straßenlauf würde ich auch keine 10 mm wählen, sondern zu meinen favorisierten 6 mm greifen. Damit habe ich bisher die besten Erfahrungen gemacht.

                  Auf dem Bilstein mit seinen vielen Steigungen hätte ich die Wahl zwischen Pest und Cholera. Tut mir irgendwann mal das Knie weh oder gleich auf den ersten 10 km die Achillessehne, weil der Schuh zu flach ist? Da ich nun schon mehrere Kilometer genau ein solches Profil mit dem Cascadia gelaufen bin, ahnst du, für was ich mich entscheiden würde. Im Übrigen macht der andere Part des Laufes, also der bergab, ohne die entsprechende Dämpfung auch wenig Spaß. Klar könnte man jetzt einen Hoka One One mit seinen 4(?) mm nehmen, aber bei den Erfahrungen, die ich mit dem Clifton gemacht habe, lasse ich es lieber.

                  • Comment by Alex

                    Alex Antworten 29. Dezember 2015

                    Okay, für Dich in Ordnung klingt besser. ABER:

                    Das Zauberwort im Laufsport heisst Muskulatur. Ist diese vorhanden, brauchst Du keine Dämpfung und somit auch keine Sprengung. Leider ist diese Aufgrund von Unterforderung kaum mehr vorhanden. Jetzt könnte man meine: Hey, ich laufe doch, da hab ich Muskeln! Weit gefehlt. Hier kommt wieder die Laufschuhindustrie zum tragen die was macht? Schuh mit Dämpfung und die machen was? Deine Muskulatur vom Arbeiten abhalten. Da beisst sich die Katze in den Schwanz.

                    Mir liegt das Thema deswegen so am Herzen, weil ich a) selbst betroffen war und b) durch meine Tätigkeiten als Trainer (Triathlon / Laufsport) sehr viele Athleten kenne die sich so langwierige Verletzungen eingehandelt haben und zum Teil gar nicht mehr Laufen können.
                    Das Schuhe ohne Dämpfung sehr gut funktionieren beweisen übrigens auch diverse Profis die nicht von einem Schuhhersteller gesponsert werden und trotzdem in, wie es so schön heisst, minimal Schuhen unterwegs sind.

                    Zum Abschluss noch ein paar offene Worte, ich hoffe Du nimmst mir die nicht persönlich:
                    Wenn Dir nach 10km schon irgendwas weh tut, machst Du was falsch und solltest Dir die Frage stellen, ob ein Ultra das richtige für Dich ist. Unabhängig vom Schuh.

                    Ich kann und will keine Anamnese aus der Ferne machen, aber hier ein paar Tipps:

                    – Mach Stabi und wenn Du schon Stabi machst, mach mehr davon!
                    – Schmeiß die Schuhe mit einer Sprengung von >6mm aus dem Regal
                    – Arbeite an Deinem Laufstil (Such Dir hierzu einen Trainer!)
                    – Arbeite an Deiner Kraft
                    – Gewöhne Dich an flache Schuhe, auch privat.
                    – Gib Deinem Körper Zeit. Ausdauer ist schnell da, die Sehnen und Gelenke brauchen jedoch ein vielfaches der Zeit um sich anzupassen (D.h. Reduziere die Umfänge, lieber öfter, dafür nicht so lange)

                    Du wärst der erste der durch eine solche Umstellung mehr, anstatt weniger Probleme hätte. Zudem hast Du einen sehr Entscheidenden Vorteil: Du läufst noch nicht ewig, so ist es noch relativ einfach neue Bewegungsmuster zu adaptieren.

                    • Comment by Martin

                      Martin Antworten 29. Dezember 2015

                      Vorab – nein, deine offenen Worte nehme ich nicht persönlich, im Gegenteil – ich bin für alle Tipps offen. Danke dir.

                      Gut, dass du das Thema Muskulatur und Laufstil ansprichst. Meines Erachtens ist das der Schlüssel zum Erfolg und nicht wieviel Sprengung der Schuh hat. Ich hab mal ein Interview mit Arne Gabius gelesen, der auf den Vorbereitungsläufen zum Marathon auch einen Schuh mit mehr Sprengung (ich glaub es waren 8 oder 9mm) bevorzugt. Eben auch aus besagten Gründen (Achillessehnen). Und ich glaube nicht, dass er muskuläre Defizite hat.

                      Diese Defizite sehe ich bei mir eher. Rumpfstabi und Kräftigungsübungen nehme ich mir stets vor, aber ehrlich gesagt müsste ich da viel, viel (+x) mehr tun als bisher.

                • Comment by Thomas (Harlerunner)

                  Thomas (Harlerunner) Antworten 29. Dezember 2015

                  Ich glaube, man kann „den ganzen Kram“ auch unter 0 mm Sprengung bauen – siehe zum Beispiel HokaOneOne. Und Komfort hängt wahrscheinlich davon ab, was der Fuß gewohnt ist. 10 mm wären für mich schon ungewöhnlich viel, trotzdem käme ich damit bestimmt zurecht.

                  • Comment by Martin

                    Martin Antworten 29. Dezember 2015

                    Habe die Hokas nicht auch um die 5 mm? Das ist meines Erachtens auch mehr als 0. :hehehe:

                  • Comment by Alex

                    Alex Antworten 29. Dezember 2015

                    Hoka ist kein Laufschuh, Hoka ist ein Zustand! *kopfschüttel*

                    • Comment by Martin

                      Martin Antworten 29. Dezember 2015

                      Naja, da hör dich mal in der Ultra- und Triathlon-Szene um. Für den Spruch wirst du da ausgelacht. Auf Hawaii war Hoka auf Platz 3 der verwendeten Schuhe (Quelle).

                    • Comment by Benni

                      Benni Antworten 29. Dezember 2015

                      Hi Alex, mit so Aussagen disqualifizierst du dich halt auch selbst.
                      Deine obigen Kommentare schienen mir „cool“ zu sein, wenn du aber missionieren willst .. ja gut, dann ist so eine Diskussion halt auch schnell öde und „uncool“, ne? ;)

                      • Comment by Alex

                        Alex 29. Dezember 2015

                        Hey – das ist meine persönliche Meinung zu dem Schuh. Sagt aber nichts über die Qualitäten desselbigen aus.

                        Ich würde den Geschenkt nicht tragen wollen.

              2. Comment by Sascha

                Sascha Antworten 29. Dezember 2015

                Ich bin auch kein Freund der Dämpfungsmonster und finde es echt schade dass der Minimaltrend scheinbar schon wieder rum ist. Ich laufe im Gelände, auch im Ultrabereich gerne den Bushido von La Sportiva. Der ist mir 6 mm Sprengung noch flach genug für mich und macht viel Spaß. Es dürfte aber auch gerne weniger Sprengung sein wenn die Protection stimmt, großes Problem sind hier immer Steine und Wurzeln die einfach irgendwann durchschlagen und meine Füße schrotten. Inov8 sollten hier am Besten passen, dazu wird mir zumindest ständig geraten.
                Die Hokas sind ein Graus dank der übertriebenen Dämpfung, ein Gefühl für den Trail bekommt man darin jedenfalls nicht. Das war zumindest vor 2 Jahren noch so.
                Mein Langstreckenpanzer der Ultra Raptor hat ja ebenfalls viel Sprengung und entlastet die Füße auf den ersten Blick schon ganz ordentlich, das dem nicht so ist merkt man wenn man wieder auf Schuhe mit weniger Sprengung umsteigt.

                • Comment by Martin

                  Martin Antworten 29. Dezember 2015

                  Auf Instagram hat man es ja eh schon sehen können – der Ultra Raptor ist der zweite Kandidat für mein Projekt. Der hat 9 mm, ist dafür noch ein paar Gramm schwerer als der Cascadia. Panzer trifft es ganz gut. Mit ihm bin ich eine kilometerlange Bergabpassage gelaufen – der schluckt wirklich alles weg.

                • Comment by Benni

                  Benni Antworten 29. Dezember 2015

                  Mit dem Bushido bin ich auch zufrieden. Ist mir eventuell eine Viertelnummer zu klein, aber für kürzere Trailrunden gefällt der mir sehr gut.

              3. Comment by Thorsten

                Thorsten Antworten 29. Dezember 2015

                Es gibt nicht DEN Schuh für alle Läufer.

                Ich selbst laufe gerne mit Fivefingers, habe selbst 5 Paar, gerne Strecken zwischen 5 und 15 Kilometern, jeglicher Untergrund.
                Für meinen ersten Ultratrail dieses Jahr (ebenfalls 65km, 1800HM, sehr viele unbefestigte Wege, Single Trails, ein paar Waldwege und viel Schotterpisten und auch Sandstrecken) habe ich die Hoka One One Speedgoat schätzen und lieben gelernt. Diese hatte ich vorher gute 150km im Training an, habe vorher mit den Nike Trail Terra Kiger und den Salomon Speedcross (darin habe ich letztes Jahr einen 30km-Trail gelaufen) trainiert.
                Für einen bevorstehenden 100km-Ultralauf auf Asphalt im Oktober 2016 werde ich wieder auf Hoka One One vertrauen, die Conquest 2 laufe ich momentan.

                Gerade der Wechsel zwischen minimalst gedämpft bis angedampft, teilgedämpft und dann eben den „Wohlfühl“-Schlappen mit „Daunendämpfung“ macht es für mich aus, so stellt sich der Bewegungsapparat auf immer neue Reize ein und es schleifen sich keine Fehlhaltungen ein.

                Ebenso wichtig wie das geeignete Schuhwerk für sich und seinen Körper zu finden ist es in meinen Augen, dass man die Herausforderung an sich und seinen Körper ernst nimmt und richtig dafür trainiert.
                Ich war früher selbst Asphaltläufer (Straßenlauf und Triathlon), bin nun nach 2 Jahren Traillaufen zum Ultralaufen gekommen und werde eben den 100er auch auf Asphalt absolvieren. Und ich kenne meinen Körper (mit allen Grenzen, die wurden mir schmerzhaft bewusst gemacht, und eben mit allen Leistungsreserven, die ich trainieren und abrufen kann) mittlerweile ganz gut und ich weiß, was ihm förderlich ist. Das richtige Training, gerade für einen Ultralauf, ist in meinen Augen essentiell. Und gerade ein Trail stellt noch ganz andere Herausforderungen an den Körper als ein „flacher Asphaltwettlauf“, gerade das profilierte Gelände mit wechselnden Untergrundeigenschaften, aber auch die Steigungen und Gefälle durch die Höhenmeter fordern den Körper enorm. Das leichtfertig für einen Ultra anzugehen, in meinen Augen fahrlässiger, als ein paar mm Sprengung oder ein paar Gramm Gewicht ab- oder zuzugeben.

                Interessante Diskussion. Danke dafür.

                • Comment by Martin

                  Martin Antworten 29. Dezember 2015

                  Interessanter Kommentar, Thorsten. Danke auch dafür.

                  Ich nutze die Zeit zwischen Herbstmarathon und Saisonbeginn im Frühling gern, um viele Kilometer im Wald zu laufen. Höhenmeter und wechselnde Untergründe inklusive. Nach 20 Kilometern weiß man schon, was man getan hat. Nicht zu vergleichen mit der üblichen Trainingsrunde im Sommer auf der ebenen Strecke.

                • Comment by Alex

                  Alex Antworten 29. Dezember 2015

                  Da stimme ich Dir voll und ganz zu Thorsten. Allerdings finde ich es halt von der Industrie (TM) schade das der Komfort in einem Laufschuh über alles gestellt wird. Sehr zu Lasten derer die eben noch nicht über eine ausgeprägte Muskulatur und/oder entsprechende Erfahrung verfügen.

                  Dies resultiert dann darin, dass diese Art Schuhe als das einzig wahre Wahrgenommen werden und das Laufen in leichtgewichtigen Schuhen als Schnerzhaft und Störend empfunden wird.

                  Unser Bewegungsaparat ist etwas einzigartiges und wir sollten nicht leichtfertig mit Ihm umgehen. Ob das jetzt 10mm Sprengung oder ein Dämpfungsmonster ist – letztendlich macht auch hier die Menge das Gift.

              4. Comment by Thomas

                Thomas Antworten 29. Dezember 2015

                Schöner Artikel zum Cascadia, den ich so bestätigen kann. Mir hat er beim BiMa und auf dem Rennsteig hervorragende Dienste geleistet. Imho ein idealer Schuh in den hiesigen Mittelgebirge auf langen Strecken.

                Minimal oder Dämpfungsmonster. Atari oder Amiga. Glaubensfragen. Ich kenne Verfechter beider Seiten, alles keine Noobs. Ich laufe beides, und halte gerade die Mischung bei mir für richtig. Laissez faire…

                • Comment by Martin

                  Martin Antworten 29. Dezember 2015

                  Stimmt. Und jede Verfechter haben teilweise recht schlüssige Argumente. Nicht leicht, welcher Glaubensrichtung man da folgen sollte.

              5. Comment by Benni

                Benni Antworten 29. Dezember 2015

                Der Schuh sieht ja eigentlich ganz nett aus, aber 140 Euro für einen Laufschuh? Sorry, das halte ich einfach für total wirr.
                Da bekomme ich ja fast zwei Paar Schuhe im Sale .. :)

                • Comment by Martin

                  Martin Antworten 29. Dezember 2015

                  Es hindert dich ja nichts dran, den Vorgänger im Sale zu kaufen. Außerdem ist das der UVP. Wenn du im Netz ein wenig suchst, findest du Angebote für um die 90 EUR.

                • Comment by Sascha

                  Sascha Antworten 29. Dezember 2015

                  Aber halt auch „nur“ Vorjahresmodelle….die sind meist aber ja nicht schlechter als die aktuellen Modelle.

              6. Comment by Patrick Salm

                Patrick Salm Antworten 30. Dezember 2015

                Guter, ausführlicher Bericht Martin. Deine Erklärung zur DNA Dämpfung habe ich nicht so ganz verstanden, meines Wissens nach ist es doch einfach eine nicht newtonsche Flüssigkeit, welche bei höherem Druck bzw. Druck mit höherer Geschwindigkeit, fester wird, theoretisch also wirklich individuell. Was auch immer wieder erstaunlich ist, ist der mangelnde Grip auf glatten Belägen. Es ist natürlich klar das ein Trailschuh auf glatten Belägen weniger Auflagefläche und dementsprechend weniger Grip als ein Straßenschuh hat, verwunderlich ist es aber wie z.B. Vibram es schafft den Grip, im Vergleich zum Schuhhersteller so zu maximieren ohne die Haltbarkeit dabei zu vernachlässigen. Zu dem Kritikpunkt Preis meiner Vorredner, natürlich habt Ihr recht damit, aber die Preise steigen kontinuierlich und mit 140€ liegt der Cascadia ja noch nicht einmal in der Nähe der oberen Spitze (Adidas Bounce, Mizuno Tenjin etc.)
                Viele Grüße
                Patrick

              7. PINGBACK › La Sportiva Ultra Raptor im Test › La Sportiva, Laufschuh, Trailschuh, Ultra, Ultra Raptor, Ultramarathon, Ultratrail › runomatic

              8. PINGBACK › WRIGHTSOCK im Test › laufen, Socken, Test, Wrightsock › runomatic

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