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Gott sei Dank sind wir mittlerweile so weit, dass Läufer mit Kompressionssocken nicht mit alten Herren in Stützstrümpfen gleichgesetzt werden. Im Gegenteil – die echten Paradiesvögel sind mittlerweile die, die den Marathon ohne derartige Hightechtextilien gewuppt bekommen. Das ging früher™ auch, aber anscheinend hat uns Läufer eine mysteriöse Universalgehirnwäsche dazu gebracht, dass wir unsere gestählten Waden nur noch komprimiert präsentieren wollen.

Womit wir schon bei der eigentliche Frage wären. Was bringt das? Fördert es wirklich die Leistung? Hilft es bei der Regeneration? Oder ist es alles doch nur eine Frage des Glaubens, also ein Placebo-Effekt? Ich denke, dass das jeder am eigenen Leib erfahren muss. Aber da euch die Frage ja eh schon unter den Nägeln brennt: Ja, ich ziehe Kompressionsocken auf langen Läufen an. Nein, nach dem Lauf trage ich sie nicht zur Regeneration. Da wir das jetzt geklärt haben, kann ich euch die neuen CEP Run Ultralight Socks vorstellen.

Zu der Marke CEP muss ich glaube ich nicht viel Worte verlieren – für mich der Inbegriff an Know-how, wenn es um das Thema Kompression geht, schließlich ist CEP ein Teil der deutschen Hightech Manufaktur medi, die wiederum für ihre Thromboseprophylaxestrümpfe weltbekannt ist. Genaue Zahlen habe ich nicht parat, aber wenn man sich bei Laufveranstaltungen umschaut, so ist die Marke zumindest gefühlt Marktführer.

Mit den Run Socks 2.0 und den Run Shorts 2.0 habe ich bereits Erfahrung mit der Laufkollektion von CEP sammeln können. Und dass es sich auszahlt, auf Produkte und Service Made in Germany zu setzen, konntet ihr in diesem Beitrag lesen.

»Jetzt komm doch endlich mal in den Quark, Martin. Was ist denn nun mit den Ultralight Dingern?
Worin unterscheiden die sich denn von deinen ollen Socken?
«

Ja, doch. Hetz mich nicht! – Erst noch dieses pittorek in Szene gesetzte Kunstwerk. Dann geht’s los…

Aus Kompressionssocken-Selfies künstlerisch wertvolle Bilder machen - kann ich!

Aus Kompressionssocken-Selfies künstlerisch wertvolle Bilder machen – kann ich!

Fangen wir bei den Gemeinsamkeiten zu den bewährten Run Socks 2.0 an. Die Größe der Socken richtet sich nach deinem Wadenumfang an der dicksten Stelle. Kleiner Tipp von mir: liegt der gemessene Wert zwischen zwei Größen, so empfiehlt es sich, die kleinere Version bestellen. Darauf komme ich gleich noch mal zurück.

Beim Anziehen der Socken, einem allgemein als schwierig empfundenen Unterfangen, gibt es bereits den ersten Unterschied zu vermelden. Ultralight ist auch ultradünn – ratsam ist es daher, die Socken möglichst nicht mit roher Gewalt die Wade hochzuzerren. Letztendlich gibt es für fast alles eine Anleitung im Netz. Hier wird gezeigt, wie man es am geschicktesten macht:

Ein weiterer Unterschied zu den Run Socks ist der Anteil von 15% Polypropylen. Habt ihr im Chemieunterricht aufgepasst? Nein? Ich auch nicht. Polydingens sagt mir nichts. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, denn die Werbestrategen von CEP klären uns umfassend auf: durch die Verwendung von Polypropylen erhalten die Ultralight Socks ein optimales Klima- und Feuchtigkeitsmanagement, welches keinerlei Feuchtigkeit in der Faser aufnimmt. Aha. Ok, hätten wir das dann auch geklärt. Bliebe noch das reduzierte Gewicht um 30%. Bei einem ohnehin schon leichtem Bekleidungsstück sage ich trotzdem artig Danke und freue mich vielmehr darauf, dass in den wärmeren Monaten meine Waden nicht so doll schwitzen müssen, wie mit den viel, viel schwereren Run Socks.

 Links: Die Run Ultralight Socks in Schwarz/Grün. Mutige bestellen sie in Rot. Oder schlicht in Weiß. // Rechts: der verstärkte Fersen- und Zehenbereich.

Links: Die Run Ultralight Socks in Schwarz/Grün. Mutige bestellen sie in Rot. Oder schlicht in Weiß. // Rechts: der verstärkte Fersen- und Zehenbereich.

»Wie läuft es sich denn nun mit den Run Ultralight Socks? Wie fühlen sie sich an? Jetzt sag schon!«

Ich habe die Socken jetzt auf mehreren Läufen bis hin zur Halbmarathon-Distanz testen können. Trotz ihrer Leichtigkeit empfinde ich ihre Kompressionswirkung ähnlich wie die der Run Socks, tendenziell vielleicht etwas geringer. Wer also gerne etwas mehr Kompression haben möchte, sollte meinen Tipp von oben beherzigen und lieber die kleinere Nummer wählen.

Vielleicht liegt der Eindruck der geringeren Kompression auch an dem leichten Gewebe, welches letztendlich vor allem dem Tragekomfort zu Gute kommt. Hier kann man gut und gerne zu den Ultralight Socks greifen, wenn man dieser Eigenschaft den Vorzug gibt. Positiv wird sich das Material auch auf das Klima am Fuß auswirken, aber das wird sich im kommenden Sommer zeigen. Und spätestens dann rächt es sich auch, dass ich eine feige Hose bin und nicht die rote Variante genommen habe.

Bleibt noch die Frage, ob man wirklich knapp 55 EUR für Socken ausgeben muss? Nein, muss man nicht. Es sei denn, man legt Wert auf Qualität. Und das muss man CEP lassen – Socken bauen können die. An meinen Run Socks 2.0 ist jedenfalls nach einem Jahr und intensiver Nutzung noch kein Vergang. Und was habe ich schon an den Dingern rumgezerrt, bis ich sie an hatte – da kannte ich das Video noch nicht. Summa summarum passt das also – im wahrsten Sinn des Wortes.

Wie ist denn eure Erfahrung mit Kompressionssocken? Bringen sie euch Vorteile? Tragt ihr sie bei kurzen Läufen, bei langen Läufen und auch zur Regeneration nach dem Lauf?

 

Für die Transparenz

Die Werbeagentur von CEP hat mir die Socken kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Testbericht habe ich aus freier Hand geschrieben. Es wurde keinerlei Einfluss auf den Inhalt oder die Bewertung genommen.

17 Kommentare

  1. Comment by Pooly

    Pooly Antworten 24. März 2015

    Guter Bericht, also ich kann mich mit diesen Kompressionssocken (noch?) nicht so wirklich anfreunden.

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 24. März 2015

      Was genau stört dich denn daran? Lass mich raten – das Aussehen… :hehehe:

  2. Comment by Thomas

    Thomas Antworten 24. März 2015

    Es kann ja immer nur über eine gefühlte Wirkung gesprochen werden – es sei denn, jemand läuft mal nur mit einer Kompressionssocke durch die Gegend und kann dann die Belastung beider Beine vergleichen. ;)

    Ich glaube jedenfalls bei langen Läufen einen Effekt wahrzunehmen. Vielleicht eine um 5-10% geringere Ermüdung der Beine. Jedenfalls habe ich mit CEPs bisher noch keine schweren Beine nach einem langen Lauf gehabt – was ohne Kompression relativ regelmäßig der Fall war.

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 24. März 2015

      Würde ich auch so beschreiben. Ob das nun bei anderen Marken auch so ist, kann ich allerdings nicht beurteilen. Ich kenne nur die Socken von CEP.

  3. Comment by Sebastian

    Sebastian Antworten 24. März 2015

    Guter Bericht, Danke! Studien belegen die Wirkung von Kompressionssocken und das auch statistisch signifikant für einen Zugewinn an Leistung und auch im Rahmen der Regeneration. Die Effekte sind natürlich nicht riesig und es sind keine „Wunder“ zu erwarten. Soweit zu der objektiven Datenlage. Subjektiv fühle ich mich mit den X-Bionic (meinen ersten Laufsocken) sehr wohl und werde künftig auch mal die Produkte von CEP testen. Allerdings dann, wie von Dir empfohlen, die günstigeren Modelle.

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 24. März 2015

      Ich hab nirgends günstigere Modelle empfohlen, sondern die von der Größe kleineren. Habe ich das so missverständlich geschrieben oder hast du nicht richtig gelesen?

      • Comment by Sebastian

        Sebastian Antworten 6. April 2015

        Scheinbar habe ich den Beitrag nicht richtig gelesen und/oder hatte da noch einen anderen Preis im Kopf. Sorry!

    • Comment by Alex

      Alex Antworten 27. März 2015

      Diese Studien hätte ich gerne mal gelesen.
      Mein letzter Wissenstand bezüglich diesem Thema ist getreu dem Motto: „Nichts Genaues weiß man nicht“ das war im letzten Jahr bei einer Lauftrainerfortbildung. Eventuell hat sich ja mittlerweile was geändert…

      Zum Thema:
      Selbst nutze ich nur Calfs für die Zeit nach einem Hartem-, oder Langen Lauf. Nicht weil ich mir dadurch eine bessere Regeneration erhoffe, sondern weil sich die Beine einfach leichter anfühlen und bei weitem nicht mehr so extrem schmerzen. Beim Laufen selbst habe ich sie schon ausprobiert und als Störfaktor empfunden.

      • Comment by Sebastian

        Sebastian Antworten 6. April 2015

        Die Studien existieren ja schon länger und auch mit verschiedenen Ergebnissen. Wenn Du mal nachlesen willst, kann Du die Studien unter pubmed.com finden. Als Suche „compression stockings AND running“ eingeben. Leider habe ich bislang keine Metaanalyse finden können. Die Effekte sind jedenfalls statistisch signifikant. Allerdings ist zu bezweifeln, dass der Freizeitläufer die gemessenen Effekte auch spüren kann.

        • Comment by Martin

          Martin Antworten 7. April 2015

          Der Glaube versetzt Berge. ;)

  4. Comment by Daniel

    Daniel Antworten 29. März 2015

    Ja, viel Geld für viel Socke – ich trage sie eigentlich nur zu Wettkämpfen und dann inzwischen tatsächlich auch darüber hinaus. Das ist genau der Punkt, wo ich feststelle, dass es wirklich einen unterschied macht.

    Beim laufen ist es eher ein subjektives Gefühl – weniger Muskelbewegung fühlt sich eben besser an. Im Nachgang an Wettkämpfe fühlen sich die Waden deutlich frischer an. Ob das jetzt aber nicht auch eingebildet ist, weiß ich nicht.

    Im Training schlagen die CEP auf jeden Fall meine Lieblings-Laufsocken von Smart Wool (Merino) nicht – schon gar nicht beim an und ausziehen. Als Hobbyathlet zählt jede Minute und einige davon gehen für CEPs drauf ;-)

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 30. März 2015

      Ist dieses Merino-Zeugs nicht viel zu warm?

  5. Comment by Tom

    Tom Antworten 22. April 2015

    Also ich laufe seit Jahren Wettkämpfe, lange Trainingsläufe und Intervalle mit Kompressionssocken. Zwar merke ich während des Laufs keinen Unterschied, doch dafür ist nachher der „Muskelkater“ in den Unterschenkeln weniger ausgeprägt. Allerdings wird dieser Effekt dadurch zunichte gemacht, dass die CEP-Socken im Fußbereich einfach zu schlecht sind. Anfangs gabs gar kein Polster, dann wurde auf ein Minimales umgestiegen. Blasen an allen möglichen Stellen hatte ich da fast immer. Richtig zufrieden bin ich, seit es von CEP die Stulpen gibt, die man mit anständigen Laufsocken kombinieren kann.

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 22. April 2015

      Ich hab glücklicherweise noch nie Blasen gehabt – egal mit welcher Socke. Definiere mal bitte „anständigen Laufsocken“ – was nimmst du denn da?

      • Comment by Tom

        Tom Antworten 22. April 2015

        Mit denen von Falke hab ich gute Erfahrungen, ebenso Inov8. Wrightsocks schwören ja auch viele, hab ich zwar ein Paar, sind imho aber auch nicht besser als andere, werden dafür schneller kaputt.

        Ich habs gerne ein wenig mehr gepolstert.

        • Comment by Martin

          Martin Antworten 23. April 2015

          Danke. Dann werde ich auch mal die von Falke probieren.

  6. Comment by AD Runner

    AD Runner Antworten 23. Juli 2016

    Habe ich da eine andere Version als Tom? Ich finde das Fussteil der CEP ultralight absolut gelungen, ja sogar besser als das der CEP run (die „normalen“): Es ist ausreichend gepolstert und hat keine Nähte die stören. Auch um den Knöchel und entlang der Achillessehne ist es angenehm weich. Zudem ist das Material ziemlich griffig, so dass man guten Halt hat und nicht rutscht. Blasen hatte ich mit den CEP bisher keine… Ich ziehe die Socks den Stulpen vor, da mich der Übergang von Socke zu Stulpe ziemlich stört.

    Bessere Leistungen konnte ich nicht feststellen. Ich trage Kompressionsstrümpfe, um Muskelkater nach langen Läufen vorzubeugen.

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