Wer mir vor nicht all zu langer Zeit prognostiziert hätte, dass ich mal mit Stöcken durch die Gegend renne, den hätte ich lachend auf Achim Achilles verwiesen. Zu den „Waldvertikutierern“ wollte ich nun wirklich nicht gehören. Allerdings hätte ich auch nicht gedacht, dass mir die Jagd nach Höhenmetern einmal so viel Spaß machen würde. Und genau hier machen Stöcke durchaus Sinn. Schaut man sich die Teilnehmer der klassischen Trailläufe an, so ist beinahe jeder mit Trailsticks unterwegs.

Nun ist es nicht so, dass ich bereits alpine Höhen erklommen habe. Kommt vielleicht noch. Aber immerhin stand vor ein paar Wochen der Bilstein Marathon auf dem Programm – der erste Ultra in meiner Karriere. Klar, dass man zuvor unsicher ist, wie solch ein Abenteuer enden wird. Und ebenso klar – man nimmt alle Ratschläge an, die man von erfahrenen Läufern bekommen kann. „Nimm auf alle Fälle Stöcke mit. Auf den letzten Kilometern wirst du froh sein, wenn du auf den Anstiegen welche hast.“

Ok, ich hatte bis dato keine. Also bestand vor dem BiMa noch Handlungsbedarf. Umso besser, dass mir LEKI die Micro Trail Pro Sticks zum Testen geschickt hat.

Profi Equipment in den Händen eines Anfängers

So oder so ähnlich muss man den folgenden Testbericht ehrlicherweise einleiten. Wie die berühmte Kuh zum Kreppelbacken – so stellte ich mich an, als ich zu ersten Mal mit den LEKIs unterwegs war. Max hat auf unseren Trailrunning Workshops zwar schon eine Einweisung in den Gebrauch der Sticks gemacht, aber in der Praxis ist das zunächst gar nicht so einfach und vor allem recht fordernd, da man neue Muskelgruppen beansprucht, die vorher brach lagen. Liegestütze wären also nicht verkehrt. Hier mal ein kleines Video, wie so ein Tutorial aussieht…

Zur Info – das war jetzt nicht Max in dem Video, sondern Greg Vollet, aber die beiden nehmen sich nichts. Stört euch auch nicht daran, dass die in dem Video nicht so schöne Stöcke von LEKI haben. Was man aber gut sieht: das Laufen mit den Stöcken will gelernt sein. Vor allem in schwierigem Gelände. Kommen wir nun aber endlich zum LEKI Micro Trail Pro.

Erster Eindruck

Der LEKI Micro Trail Pro ist ein Trailrunning Faltstock aus Carbon. Der Einsatz des Hightec Materials macht ihn extrem leicht und vor allem auch sehr stabil. Gerade mal 178 Gramm wiegt ein Stock (bei 120 cm Länge). Beide Stöcke zusammen sind also leichter, als eine Flask mit 500 ml Wasser. Was sagt uns das? Getränk zu Hause lassen – Stöcke mit auf den Trail nehmen. Na ok, nur Spaß.

LEKI Micro Trail Pro im Test

Zusammengefaltet misst der Stock in der 120er Länge gerade einmal 38 cm. Damit lässt er sich bestens verstauen.

Die Stöcke machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Und ja, ich gebe es zu – die knallig gelb-rote Farbkombination war auch ein Grund, wieso ich mich für den Micro Trail Pro entschieden habe. Primär war natürlich die Qualität maßgebend, für die LEKI bekannt ist. Eine lebenslange Garantie auf Material- oder Produktionsfehler, sowie eine zehnjährige Nachkauf-Garantie für Ersatzteile sind schon recht beeindruckend.

LEKI Micro Trail Pro im Test

Die konkave Spitze, den sogenannten Trail Tip, kann man auswechseln, wenn er irgendwann das Zeitliche gesegnet hat.

Trigger Shark

Eine Besonderheit der LEKI Micro Trail Pro Sticks sind die sogenannten »Trigger Shark Griffe«. Während herkömmliche Stöcke auf altmodische Schlaufen setzen, wie oben im Salomon Video zu sehen, hat man hier in Verbindung mit den Handschlaufen, die passenderweise »Trigger Shark Active Straps« getauft wurden, eine nahezu optimale Kraftübertragung. Das Ein- und Ausklinken ist am Anfang vielleicht etwas tricky, aber man gewöhnt sich schnell daran. Der große Vorteil daran: man kann die Sticks auch einfach mal locker in der Hand lassen, ohne dass man sie verliert. Auf schwierigen Bergabpassagen sollte man sie aber besser ausklinken, da man sich beim Hängenbleiben an Hindernissen sonst übel verletzen kann.

LEKI Micro Trail Pro im Test

Trigger Shark 2.0 & Trigger Shark Active Strap sorgen für einen besseren Sitz und direktere Kraftübertragung. Die Bedienung muss man üben, dann klappt’s super.

Eine Thermo-Griffverlängerung sorgt für Komfort, wenn man die Sticks mal locker in die Hand nehmen möchte. Besonders in der kalten Jahreszeit dürfte der Kork recht hautschmeichelnd sein. Mangels Minusgrade bisher noch nicht getestet, sorry.

Wohin mit den Stöcken?

Natürlich in jede Hand einen, ist doch klar. Allerdings macht es Sinn, auf Streckenabschnitten, die man ohne Stockeinsatz laufen kann, das Equipement zu verstauen. Da soll es durchaus unterschiedliche Möglichkeiten geben. Ich persönlich habe mich für den Custom Quiver von Salomon entschieden, der perfekt an meinen S/LAB Rucksack passt.

LEKI Micro Trail Pro im Test

Im Custom Quiver von Salomon lassen sich die LEKI sticks einfach und bequem transportieren.

In der Praxis. Teil 1: Der Ultra

Selbstredend habe ich den Ratschlag angenommen und die Sticks mit beim Ultra gehabt. Zu mehr als 90% waren sie allerdings im Quiver verstaut und hatten somit zumindest eine homöopathische Wirkung – ich hätte sie immer nutzen können, wenn es denn nötig gewesen wäre. Bei Kilometer 35 war es dann der Fall. Eine elendig lange Bergaufpassage, wo ich dann hinter mich gegriffen habe und die Stöcke aus dem Köcher gezaubert habe. Das Schöne an den Dingern ist ja, dass man sie auch während des Laufs einfach auseinanderfalten kann. Nur beim Zusammenstecken sollte man tunlichst aufpassen, dass man nicht die Haut zwischen den Hülsen hat – sonst gibt’s ein böses Aua. Nun, ich habe es ohne Malheur geschafft und konnte dann mehr oder minder beflügelt wie eine junge Bergziege die Steigungen in Angriff nehmen.

In der Praxis. Teil 2: Der Berg

Die Strecke des Bilstein Marathons war zugegeben eher wenig technisch, wenn auch lang. Fehlte also noch ein ausgiebiger Test auf dem Trail und am Berg. Neben diversen Exkursionen in den heimischen Wäldern sowie im Kasseler Bergpark wollte ich die Sticks unbedingt mal an einem der schönsten Ecken der Gegend ausprobieren. Mit mehr als 578 m Höhe ist der Dörnberg mit seinen Helfensteinen ideal für einen Test – und für nette Fotos.

LEKI Micro Trail Pro im Test

Wo könnte man die Micro Trail Pro Sticks besser in Szene setzen als hier oben?

Ob nun bergauf oder bergab. Hier konnte ich in aller Ruhe richtig üben, wie man mit den Sticks umgeht. Und ich muss sagen, dass ich mehr und mehr Gefallen am Rennen mit den Stöcken finde. Ich hätte nie gedacht, wie hilfreich sie beim Downhill sein können.

Bergab kann man ruhig sein gesamtes Gewicht auf die Sticks verlagern, ohne dass man Angst haben muss, dass sie zerbrechen.

Wie man sowas richtig macht, zeigen die von LEKI in einem sehr hübsch gemachten Werbefilmchen…

Mein Fazit zum LEKI Micro Trail Pro

Der LEKI Micro Trail Pro ist genau die richtige Wahl für ambitionierte Trailrunner und für solche, die es noch werden wollen. Also auch für mich. Begeistert bin ich von dem geringen Gewicht und der Handlichkeit, dem kleinen Packmaß und der Funktionalität der Trigger Sharks. Dass die Sticks zudem noch qualitativ auf dem obersten Level sind, rechtfertig den Preis von ca. 150 EUR. Opa sagte immer, billig kauft man zweimal. Recht hat er.

 

Für die Transparenz

Die Werbeagentur von LEKI hat mir die Stöcke kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Testbericht habe ich aus freier Hand geschrieben. Es wurde keinerlei Einfluss auf den Inhalt oder die Bewertung genommen.

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