Wenn ihr hier im Blog jetzt und demnächst den ein oder anderen Testbericht zu einem Schuh einer Marke findet, die hier schon länger nicht mehr aufgetaucht ist, dann ist das eher zufällig. Nicht dass ihr denkt, ich wäre in einer sentimentalen Phase und schwelge in Erinnerungen. Immerhin etwas hat Bestand: die Vorliebe zu roten Schuhen.

In der Tat ist das erste Review eines Laufschuhs auf dieser Website schon ein paar Jahre her. Warum ich gerade jetzt drauf komme? Nun, es war ein Mizuno. Dem Wave Mujin als Trailschuh folgte dann ein paar Monate später der Test des Wave Hitogami 2 und der des Wave Aero 13. Gelaufen, aber hier nicht vorgestellt, bin ich auch recht lange mit einem Wave Inspire 10.

So richtig erklären kann ich es mir auch nicht, wieso ich Mizuno aus den Augen verloren habe. Immerhin gelobe ich Besserung und mache den Anfang mit einem Blick auf den neuen Mizuno Wave Shadow 3, der mich vor ein paar Wochen erreicht hat.

First Look: der Mizuno Wave Shadow 3

Mizuno Wave Shadow 3

Den Mizuno Wave Shadow 3 gibt es derzeit in zwei Farbvarianten. Neben einem „Safety Yellow“ darf man sich für ein „High Risk Red“ entscheiden. Hey, Leute – das ist wie die Wahl zwischen „Turnbeutelvergesser“ und „Stuntman“. Zugegeben: Das grelle Gelb sieht auch nicht verkehrt aus, aber ihr kennt ja meine Vorliebe.

Mizuno Wave Shadow 3

Rein optisch steht das eher minimalistisch gehaltene Obermaterial des Schuhs im Kontrast zu der verspielt gestalteten Sohlenkonstruktion. An deren Design hält Mizuno scheinbar fest, allen erdenklichen Innovationen zum Trotz. Aber solange sie funktioniert, soll mir das egal sein.

Mizuno Wave Shadow 3

Auch von unten betrachtet hat sich scheinbar seit dem Test des Wave Aero nicht viel getan. Die X10 Außensohle auf einer Karbon-Gummi-Mischung und die U4ic Zwischensohle mit der Mizuno typischen Wave Plate gab es schon in den von mir getesteten Modellen vor fünf Jahren. Nicht zu vergessen: die mega bequeme, fünf Millimeter dicke Einlegesohle. Alles in allem heißt die Devise da wohl „Never change a winning team“.

Mizuno Wave Shadow 3

Ganz anderes sieht es da aus, wenn man sich das Upper des Wave Shadow 3 anschaut. Wo früher noch Nähte, Netze und Wildlederimitate den Schuh verzierten, kommt nun ein leichtes, luftiges und atmungsaktives Obermaterial zur Verwendung. Willkommen im Jahr 2020. Doch noch gerade so die Kurve bekommen, Mizuno.

Mizuno Wave Shadow 3

Voluminös gepolstert sind die Fersenkappe und die Zunge gestaltet. Bei manchen Schuhen habe ich da das Problem, dass das zwar sehr bequem sein mag, ich da aber zu wenig Halt empfinde. Da bin ich gespannt, wie sich der Schuh im Test schlägt.

Mizuno Wave Shadow 3

Ein schöner Rücken kann bekanntermaßen auch entzücken. Erst recht, wenn er dank des Mizuno Logos und der Designelemente im Dunkeln ein wenig reflektiert. Tagsüber ist das mir sehr wohlgesonnene und pittoreske Rot auffällig genug.

Der Mizuno Wave Shadow 3 in der Praxis

Mizuno Wave Shadow 3

Die beiden erhältlichen Signalfarben hat der Mizuno Wave Shadow 3 nicht ohne Grund spendiert bekommen. Als ein schneller Schuh wird er beworben. Mit 276 Gramm bei Größe 44 ist er zwar leicht, aber für mich nicht unbedingt der ideale Kandidat für die Bestzeit auf 5 km.

Durch den doch recht gut gedämpften Sohlenaufbau läuft es sich entsprechend komfortabel. Vor allem die dicke Einlegesohle trägt dazu bei, dass mir gerade unter dem Vorfuß ein wenig der Druck auf den Asphalt fehlt, falls ihr versteht, was ich meine. Ich mag’s da lieber bretthart.

Mizuno Wave Shadow 3

Aber hey, wenn ich den Schuh nicht für schnelle kurze Einheiten nehmen würde, dann heißt das lange nicht, dass er bei längeren Läufen ebenfalls im Regal stehen bleibt. Für alles ab 10 Kilometer aufwärts finde ich ihn toll. Letztes Wochenende stand mal wieder ein Trainings-Halbmarathon an. Auf der Distanz ist schon ganz nett, wenn man vom Schuh nichts merkt. Und das kann der Mizuno Wave Shadow 3 dank altbewährter Dämpfung, geräumiger Zehenbox und guter Fersenpolsterung ziemlich gut. Letztere führt allerdings auch dazu, dass ich mit zunehmend nachlässigem Laufstil etwas nach innen einknicke. Aber da kann ja der Schuh nichts dafür.

Mein Fazit zum Mizuno Wave Shadow 3

Alte Liebe rostet nicht. Die Modelle von Mizuno habe ich noch in guter Erinnerung gehabt, insofern sprach nichts gegen einen erneuten Test. Der Mizuno Wave Shadow 3 ist für mich keine wirkliche Überraschung. Erwartet habe ich einen komfortablen Schuh, der auch für lange Strecken taugt. Gut gedämpft, aber kein Sofa. Schnell, aber keine Carbon Rakete. Wenn ihr also einen Schuh für forcierte längere Läufe sucht, kann ich den Wave Shadow 3 empfehlen. Für kürzeres #Ballern gibt’s sicher etwas direktere Schuhe mit mehr Druck.

 

Für die Transparenz

Die Werbeagentur von Mizuno hat mir die Schuhe kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Testbericht habe ich aus freier Hand geschrieben. Es wurde keinerlei Einfluss auf den Inhalt oder die Bewertung genommen.

Mizuno Wave Shadow 3

130 EUR
8.8

Passform

9.0/10

Design

9.0/10

Stabilität

8.0/10

Dynamik

8.0/10

Verarbeitung

10.0/10

Spaßfaktor

8.5/10

Positiv

  • Ausgewogene Dämpfung
  • Bequeme Passform

Negativ

  • Für die Klassifikation zu stark gedämpft

3 Kommentare

  1. Comment by Thomas

    Thomas Antworten 29. Mai 2020

    Hi Martin,

    das kann ich alles voll unterschreiben. Man bekommt bei Mizuno immer „relativ viel Schuh“, daher passt deren Einordnung des Schuhs nicht immer zu eigenen – finde ich. Ich würde ihn auch eher für einen Halbmarathon als für einen schnellen Zehner anziehen. Nicht, dass das nicht auch ginge. Aber dafür gibt es sicherlich leichtere Schuhe.

    Gruss

    Thomas

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 30. Mai 2020

      Es ist weniger das Gewicht, was mich da irritiert. Eher die nicht ganz so direkte Dämpfung. Und es fehlt halt etwas Reaktives, wie man es zum Beispiel vom Boost Material gewöhnt ist. Da muss Mizuno mal innovativ nachliefern.

      Bin auf deinen Bericht gespannt. ;)

  2. PINGBACK › Mizuno Wave Shadow 4 - runomatic

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