Ist neu, sieht gut aus und ist augenscheinlich schnell – Jungs, wie konnte ich da nein sagen? So einen Schuh muss man doch testen wollen. Wenn schon kein Porsche in der Garage steht, dann darf es doch wenigstens das Schuhregal voller Flitzer sein.

Den neuen FuelCell von New Balance gibt es sogar in blau-metallic. Fehlt nur noch die Doppel-Auspuffanlage. Auf die muss man allerdings verzichten. Dafür bereichert die neue FuelCell-Zwischensohle, ein mit Stickstoff angereicherter Schaum, die Ausstattungsliste. Ohne Aufpreis, versteht sich.

New Balance FuelCell

Das Design trifft schon mal voll meinen Geschmack. Das oberste Treppchen in Sachen Optik ist sicher.

New Balance FuelCell

Die giftgrüne Sohle verspricht einen nicht minder giftigen Grip. Die FuelCell Komponente liegt über fast die komplette Sohle offen.

Wie auch in Zuffenhausen erfindet man auch bei New Balance das Rad nicht neu. Langjährige Fans der Marke erinnern sich an N2. Wer den Chemieunterricht nicht im Dauerschlaf ertragen hat, dem dämmert es. N2 steht für Nitrogen, also Stickstoff. Nun gut, eine Neuauflage des Dämpfungssystems konnte man jetzt schlecht N3 nennen, deshalb heißt es nun FuelCell – meine Interpretation.

New Balance FuelCell

Zum Vergleich: beim 1080v4 übernahm N2 als Vorgänger von FuelCell die Dämpfung des Schuhs.

Richtig Mühe gegeben hat man sich bei der Gestaltung des Obermaterials. Neben einem traditionellen Mesh im Vorfußbereich wird der Mittelfuß mit einer Kunststoffschicht in einer pyramidalen Struktur verstärkt. Die Seiten der Fersenkappe schmücken eine plastikverstärkte Präsentation des Markenlogos – natürlich in Chrom (na gut, zumindest Silber), also fast wie beim Porsche unter dem Heckspoiler. Scheinbar geht man bei New Balance davon aus, dass man Läufer mit dem Schuh nur von hinten sieht. Jene Verfolger werden dann auch das giftgrüne Fahrwerk zu Gesicht bekommen. Auffälliger kann man eine Außensohle kaum gestalten, als die des FuelCells.

New Balance FuelCell

Schnürsenkel, Mesh und Mittelfußverstärkung erstrahlen im frischen Blau. Einzig an der Ferse erkennt man, dass es sich um ein New Balance Modell handelt.

Wie läuft er sich denn wohl, der Porsche unter den Laufschuhen?

Etwas untypisch wäre da zumindest schon einmal die Passform. Die ist nämlich ziemlich bequem. Das hat recht wenig von einem Schalensitz, höchstens der stabile Halt erinnert an die Fixierung mit Fünfpunktgurten. Der Mittelfuß ist perfekt umschlossen, die Ferse trotz wenig Materialeinsatz gut geschützt und der Vorfuß hat ausreichend Platz. Insgesamt habe ich also wenig bis gar nichts zu meckern. Gut, das ist bei New Balance selten der Fall. Anscheinend ist meine Fußform markenkompatibel.

New Balance FuelCell

Kaum gepolstert und trotzdem bequem: der Fersenbereich des Schuhs. Die Außensohle liegt wie ein Skelett auf dem FuelCell Layer.

Am Grip der Sohle gibt es ebenfalls keine Kritikpunkte, die Sprengung mit 6 mm geht auch völlig in Ordnung -irgendwo muss doch ein Haken sein. Sind es die 320 Gramm, die der Schuh in Größe 44,5 auf die Waage bringt? Das ist für einen „Sportwagen“ nicht gerade leicht, immerhin hat der Zante v3 satte 64 Gramm weniger auf den Rippen. Ich vermute, das Plus kommt entweder durch die Verstärkungen im Mittfelfuß oder durch die Dämpfung.

New Balance FuelCell

Flott durch die Buga, das Outfit passend zum Schuh. 20 Jahre Jünger und ich wäre Laufschuhmodell geworden.

Der so ziemlich einzige Grund, wieso ich keinen Porsche fahre – lassen wir den finanziellen Punkt mal außer Acht: das Ding ist hart. Zu hart. Und das ist auch bei dem New Balance FuelCell der Fall. Vielleicht hätte man beim Injizieren des Nitrogens nicht geizen oder besser sogar FreshFoam als Fahrwerk nehmen sollen.

New Balance FuelCell

Auch ohne Photoshop oder Instagram-Filter – der Schuh glänzt und strahlt wie Englands Kronjuwelen.

Mein Fazit zum New Balance FuelCell

Wer gern schnell und hart unterwegs ist, findet in dem New Balance FuelCell den perfekten laufbaren Untersatz. Zwar hat er ein wenig zu viel Speck auf den Rippen, dafür hat man es aber in Sachen Passform bequem. Irgendwas ist halt immer – und hey, mit der Optik stiehlt man im Startbereich jedem Läufer die Show.
Wem der Vazee Pace allerdings schon zu hart ist, sollte lieber nicht zu dem Schuh greifen. Der FuelCell läuft sich ähnlich, ist aber im Dämpfungsverhalten noch straffer – so wie ein Sportfahrwerk, das ist nun mal eben auch hart. Aber wie heißt es so schön? Nur die Harten kommen in den Garten…

 

Für die Transparenz

Die Werbeagentur von New Balance Deutschland hat mir die Schuhe kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Testbericht habe ich aus freier Hand geschrieben. Es wurde keinerlei Einfluss auf den Inhalt oder die Bewertung genommen.

New Balance Fuel Cell

126 EUR
New Balance Fuel Cell
8.9

Passform

10.0 /10

Design

10.0 /10

Grip

9.0 /10

Dynamik

8.0 /10

Verarbeitung

9.0 /10

Spaßfaktor

7.5 /10

Positiv

  • Sehr gute Passform
  • Optimaler Halt
  • Guter Grip
  • Geniales Design

Negativ

  • Ziemlich hart
  • Etwas zu schwer

3 Kommentare

  1. Comment by Thomas

    Thomas Antworten 27. Dezember 2017

    Hi Martin, fühlt sich der Schuh denn auch schwerer am Fuß an? Das Empfinden ist da ja sehr subjektiv. Und: für welche Läufe würdest Du den Schuh empfehlen? Könnte er bei Dir bei einem Wettkampf zum Einsatz kommen?

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 27. Dezember 2017

      Hallo Kollege! :hehehe:
      Ich war ehrlich gesagt selbst ein wenig überrascht, als ich den Schuh auf die Waage gestellt habe. Am Fuß fühlt er sich nicht besonders schwer an. Ich hab den FuelCell bis zur HM Distanz getragen. Ob ich ihn auf einem Wettkampf anziehen würde? Hmm, ich hab da so meine Favoriten – da gehört er ehrlich gesagt nicht dazu. Was natürlich nicht heißen muss, dass das jeder so sieht. Auf einem 10er Wettkampf könnte ich ihn mir vorstellen. Für weniger ist er zu schwer, für längere Distanzen zu hart.

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