Ich gebe es ja zu. Die Reihenfolge ist verkehrt. Einen Schuh für Newton-Neulinge zu testen, nachdem man fast die komplette Kollektion der Marke zu Hause stehen hat – das macht zunächst nicht wirklich Sinn. Im Nachhinein aber doch. Lasst es euch erklären…

Schon während des Tests des des Newton Motion 9 ist es etwas eskaliert. Vor lauter Begeisterung über das neue und natürliche Laufgefühl habe ich mir noch den giftgrünen Distance in der stabilen und den gelben in der neutralen Variante geordert. Rein zum Vergleich und aus begründetem Interesse, versteht sich – nicht, weil ich ein Laufschuhjunkie bin. Ihr wisst was ich meine.

Da Neugierde mein zweiter Vorname ist, klingelte vor ein paar Wochen schon wieder der Paketdienst an der Tür. Ich durfte den neuen Newton Fate 6 testen. Da konnte ich nicht nein sagen. Immerhin ist er ein Nachfolger von dem Modell, welches mir damals schon extrem gut gefallen hat.

First Look: Der Newton Fate 6

Newton Fate 6

Ihr kennt meine Vorliebe für rote Schuhe. Insofern: Ja, das passt schon mal mit uns beiden. Eine wirkliche Überraschung – zumindest für Markenneulinge – ist auch der erste Eindruck, wenn man den Newton Fate 6 in die Hand nimmt. Für den Schuh, der in der Modellpalette von Newton am meisten Support und Komfort verspricht, ist das Gewicht von 290 Gramm bei einer Schuhgröße 44 ziemlich gering. Ich weiß nicht, wie die das hinbekommen, denn so richtig spartanisch sieht der Fate eigentlich nicht aus.

Newton Fate 6

Die Designabteilung hat sich beim Fate austoben dürfen. Die vielen kleinen Details und Ornamente in den Overlays sind jetzt nicht unbedingt mein Ding, aber da sie farblich dezent daherkommen, geht das gerade mal noch so durch. Rein vom Design her hat der Motion 9 klar die Nase vorn.

Newton Fate 6

Kommen wir aber mal zu dem Punkt, wo sich der Fate vom Motion am meisten unterscheidet. Der Newton Fate 6 ist ein sogenanntes P.O.P. 2 Modell, hat also flachere und im Vorderbereich abgerundete Lugs, sowie eine Sprengung von 4,5 Millimeter, während die Modelle mit P.O.P. 1 mit 3 bzw. 2 mm daher kommen. Genau aus diesem Grund ist der Fate und dessen stabiler Zwilling, der Kismet, das Modell von Newton, welches Neulinge wählen sollten, wenn sie bisher noch keine Erfahrung mit der Marke haben.

Newton Fate 6

Die Lugs bei den P.O.P. 2 Modellen sind etwas flacher und vorne abgerundet. Das erleichtert den Einstieg und die Eingewöhnung doch merklich.

Ebenfalls auffällig: Die Außensohle des Fate hat im Rückfußbereich merklich mehr Gummi spendiert bekommen, als andere Newton Modelle. Wer sich also als Fersenläufer langsam an den Mittel- oder Vorfußlauf heranwagen möchte, ruiniert sein neues Schuhwerk nicht ganz so leicht.

Newton Fate 6

Wenn ihr euch nochmal den Testbericht vom ersten Fate anschaut – rein optisch hat sich gar nicht so viel getan. Newton ist vielmehr bekannt dafür, dass die Verbesserungen der Modelle eher im Detail liegen. So will man vermeiden, dass Kunden ihren Lieblingsschuh beim Modellwechsel womöglich nicht mehr wieder erkennen. Ist mir persönlich bei anderen Marken schon oft so passiert – ich denke mal, euch geht das ähnlich.

Die verbesserten Details des neuen Fates sind beispielsweise die Weiterentwicklung des Mittelsohlen-Schaums und die neue XPS-Platte. Die abgestimmte Membran arbeitet mit einer neuen Außensohle zusammen, um die Dämpfung und die Energierückgabe zu maximieren. Weiterhin – und das ist wohl recht einzigartig – hat Newton für die Mädels beim Fate 6 und Kismet 6 jetzt nicht nur einen Damenleisten parat, sondern gleichzeitig auch die Plattenstärke und die Materialhärte der Technologie spezifisch für Frauen angepasst.

Inwieweit sich die Verbesserungen im Vergleich zum Vorgängermodell in der Realität auswirken, kann ich nicht beurteilen. Das mit dem Frauenleisten selbstredend auch nicht. Zudem ist mein Test des ersten Fates auch schon fünf Jahre her. Wie mir aber der Newton Fate der sechsten Generation gefallen hat, auch im Vergleich zu den anderen Modellen, erfahrt ihr jetzt…

Der Newton Fate 6 in der Praxis

Zunächst ein paar Worte zu Passform. Klar, die Beurteilung ist im Grunde genommen völlig subjektiv, denn jeder Fuß ist verschieden, aber dennoch tendiert Newton bei mir hier in die Richtung „passt immer wie Arsch auf Eimer“. Das habe ich eher selten – höchstens noch bei Salomon.

Der Fate 6 umschließend den Fuß perfekt, vor allem im Mittelfußbereich und bietet dennoch im Zehenbereich ausreichend Platz. Im Vergleich zum Motion 9 verspüre ich keinen Unterschied, wenn ich beide Schuhe „blind“ anprobiere. Fersenhalt, Länge und Polsterung der Zunge, Tragegefühl – auch barfuß – das könnte alles kaum besser sein. Der Unterschied zeigt sich nach den ersten Metern.

Newton Fate 6

Während der Motion durch seine höheren Lugs viel mehr über die Zehen abrollen möchte und nach vorne schiebt, lässt es der Fate beinahe gemütlich angehen. Das hört sich jetzt vielleicht negativ an, ist aber keinesfalls so gemeint. Im Gegenteil – seine Daseinsberechtigung muss der Fate ja haben. Und die ist nun mal die, die Neulinge der Marke an die doch zugegeben gewöhnungsbedürftigen Lugs heranzuführen. Das funktioniert beim Fate auf alle Fälle besser, als bei den Schuhen mit P.O.P. 1, denn hier hat man sich schon nach wenigen hundert Metern an das neue Laufgefühl gewöhnt. Beim Motion waren es dann eher doch ein bis fünf Kilometer mehr.

Mindestens so perfekt wie die Passform, ist auch die Dämpfung des Newton Fate 6. Ich bin ganz und gar kein Fan von einem Sofa-Feeling, bei dem all die Energie im Material der Sohle verpufft. Wie auch schon beim Motion hat der Fate genau das Gegenteil zu bieten, nämlich eine ziemlich perfekte Energierückgabe mit einer gut dosierten Portion an zusätzlicher Dämpfung – ohne dabei schwammig zu wirken.

Das Schöne am Fate ist zudem: Hat man vom Laufstil-Training mal die Nase voll – aus welchen Gründen auch immer – lässt es sich mit ihm zur Not auch mal herkömmlich „fersenlastig“ weiterrennen. Das klappt mit den P.O.P. 1 Modellen eher nicht so toll.

Somit steht einem Einsatz des Schuhs auf allen Distanzen nichts im Wege – ob nun auf einer gemütlichen Runde um den Block, einem Halbmarathon oder aber auf der Königsdisziplin.

Mein Fazit zum Newton Fate 6

Ich könnte jetzt spontan das kürzeste Fazit aller Zeiten ziehen: Der Fate 6 ist der Newton für alle Fälle.

Okay, vielleicht noch ein paar Worte hinterher: Falls ihr euch nach dem Lesen des Testberichts vom Motion 9 noch unsicher wart, ob ihr mit der Technik von Newton klarkommt, so bin ich mir fast sicher, dass jetzt das grüne Lämpchen aufleuchtet. Der Fate ist nicht nur der ideale Newton für Einsteiger, sondern auch für Fans der Marke, die für alle Situationen einen Schuh parat haben möchten.

Newton Fate 6

 

Für die Transparenz

Der Newton Fate 6 wurde mir von newtonrunning.eu kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Testbericht habe ich aus freier Hand geschrieben. Es wurde keinerlei Einfluss auf den Inhalt oder die Bewertung genommen.

Newton Fate 6

135 €
9.6

Passform

10.0/10

Design

8.5/10

Stabilität

10.0/10

Verarbeitung

10.0/10

Preis/Leistung

10.0/10

Spaßfaktor

9.0/10

Positiv

  • Passform
  • Dämpfung

Negativ

  • Design könnte weniger verspielt sein

2 Kommentare

  1. Comment by Brennr.de

    Brennr.de Antworten 21. September 2020

    Ich bin vor Jahren mal bei einem lokalen Laufshop einen Newton im Rahmen eines Workshops gelaufen und war echt angenehm überrascht. Das Laufgefühl war etwas anders bzw. ungewohnt, aber ich merkte sofort, dass der Schuh mich zu einem besseren Laufstil „zwang“. Der Fate 6 klingt wirklich sehr interessant. Danke für den Testbericht!

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 21. September 2020

      Ja, ich glaube, der würde dir sicher gefallen. Vor allem gibt’s den in deiner Größe! ;)

Dein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Close
Go top