Die Erwartungshaltung an den Sense Ride 3 könnte nicht höher sein. Nachdem Salomon vor nun fast drei Jahren mit dem Ride die Allzweckwaffe für Trailläufer und solche, die es werden wollen, auf den Markt gebracht hat, war ich ziemlich gespannt, was die dritte Generation auf dem Kasten hat.

Der Sense Ride war einer der ersten Salomon Schuhe, den ich testen durfte. Falls ihr euch erinnert – ich war nicht abgeneigt, um nicht zu sagen ziemlich begeistert.

Den Ride 2 habe ich ausgelassen. Nicht, weil er mir nicht gefallen hat, sondern weil ich zugegebener Maßen mit (zu) viel Laufschuhen gesegnet bin. Derart genügsam darbte ich also ein weiteres Jahr vor mich hin, bis mich vor einigen Wochen die frohe Kunde erreichte, dass ein Testexemplar des Sense Ride 3 zu mir unterwegs ist. Nun ja – so sei es. Da sage ich doch ungern nein.

First Look: Salomon Sense Ride 3

Salomon Sense Ride 3

Da strahlt er nun in voller Pracht. Das Obermaterial, ein Anti-Debrid Mesh, komplett in einer wenig bunten Vielfalt von dezent schüchternen Blautönen, sieht beinahe einheitlich aus. Der Zehenbereich wurde mit unterschiedlich kolorierten Profeel Film Elementen verstärkt und auch der Fersenbereich darf etwas heller daherkommen. Das Salomon typische SensiFIT wurde dezent unter der geschweißten Oberkonstruktion verwurstet und fällt somit kaum auf.

Fast könnte man sagen, das Design wäre langweilig, wenn nicht die Contagrip® MA Laufsohle das optische Highlight bieten würde. Freunde des gepflegten Fersenhubs präsentieren ihren Verfolgern ein buntes Potpourri in Gelb und Blau, garniert mit einem Klecks in Rot.

Salomon Sense Ride 3

Sieht gut aus, das Gelb, hat sich die Designabteilung von Salomon wohl gedacht. Aber so richtig getraut, noch mehr davon unterzubringen, haben sie sich dann doch nicht – mal abgesehen von der Verstärkung der Quicklace Schnürung.

Salomon Sense Ride 3

Ist ja im Prinzip egal. Spätestens nach dem ersten Trail kommen in der Regel noch mannigfaltige Brauntöne hinzu. Von daher genießt noch schnell ein paar Anblicke, bevor es zu spät ist…

Salomon Sense Ride 3

Salomon Sense Ride 3

Salomon Sense Ride 3

Salomon Sense Ride 3

Der Salomon Sense Ride 3 im Praxistest

Dass der Salomon Sense Ride 3 ein wahres Wunder an Komfort sein wird, habe ich schon fast geahnt. Schließlich kommt er, genau wie die der auch kürzlich getestete SONIC 3 Balance, mit der neuen OPTIVIBE Dämpfung daher. Zusätzlich besitzt er noch eine geformte OrthoLite® Innensohle. 320 Gramm bringt er in Größe 44 auf die Waage. Das geht in Ordnung.

Summa summarum haben wir es hier demnach mit dem Boxspringbett der Salomon Kollektion zu tun. Wer sich jetzt also noch immer fragt, ob der Treter für einen Ultra taugt, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Ich hatte jedenfalls bei keinem meiner Läufe – egal wie lang – das Gefühl, dass der Schuh schuld an irgendwelchen Ermüdungserscheinungen ist. Lag immer nur am mangelnden Training.

Salomon Sense Ride Vorgänger

Alle Vorgänger des Salomon Sense Ride 3 vereint auf einem Bild. Das bekommen nur die härtesten Salomon Junkies hin.

Wie schon seine Vorgänger, ist der Sense Ride 3 ein ziemlich perfekter Allrounder. Selbst auf dem asphaltierten Weg zum Trail läuft er sich beinahe so gut wie ein Straßenlaufschuh. Eine Eigenschaft, die ja nicht unbedingt jeder Trailschuh mit sich bringt. Vor allem, wenn es um die Haltbarkeit der Außensohle, insbesondere der Stollen, geht. Hier kann ich auch nach über 150 Kilometern noch keinen Abrieb feststellen.

Salomon Sense Ride im Matsch

Ab durch den Matsch. Vorbei ist’s mit der blauen Pracht. Foto: Benjamin Sperl @art_of_trailrunning

Apropos Außensohle: die macht natürlich nicht nur optisch was her. Contagrip® MA ist auf eine große Oberflächen-Vielfalt ausgelegt. Will heißen: hier schließt sich wieder der Kreis in Sachen Allrounder. Die Mischung – hiermit meine ich sowohl Material als auch Einsatzmöglichkeiten – ist ziemlich gut gelungen. Die Sohle hat jetzt nicht den Grip eines Sense 4 Pro. Muss sie auch nicht, denn die Zielgruppe des Schuhs ist ja auch eher der Einsteiger in Sachen Trailrunning.

Salomon Sense Ride 3

Der Salomon Sense Ride 3 taugt auch als Topmodell. Hatte ein Foto für mich: Benjamin Sperl @art_of_trailrunning

Mein Fazit zum Salomon Sense Ride 3

Seit Februar stehen die ersten Exemplare des Ride 3 in den Regalen. Mein Rat lautet ganz klar: greift zu. Falls ihr mir nicht glaubt, so steht der Schuh mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit bei den bald wieder stattfindenden Salomon Trailrunning Workshops im Frühjahr zum Testen bereit. Ich bin mir sicher, dass er euch auch so gut gefällt wie mir.

 

Für die Transparenz

Die Werbeagentur von Salomon hat mir die Schuhe kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Testbericht habe ich aus freier Hand geschrieben. Es wurde keinerlei Einfluss auf den Inhalt oder die Bewertung genommen.

Salomon Sense Ride 3

129,95 EUR
9.7

Passform

10.0/10

Design

9.0/10

Stabilität

9.8/10

Dynamik

9.5/10

Verarbeitung

10.0/10

Spaßfaktor

10.0/10

Positiv

  • Bequeme Passform
  • Perfekte Dämpfung
  • Allrounder
  • Haltbare Laufsohle

Negativ

  • Fällt mir nichts ein.

6 Kommentare

  1. Comment by Thomas (harlerunner.de)

    Hi Martin,

    da sind wir ja wieder einer Meinung. :) Ich finde den Schuh auch genial: komfortabel wie ein Strassenschuh, aber eben geländetauglich – wenn man es damit nicht übertreibt. Matsch ist sicher eine Schwäche, dafür läuft er sich wirklich klasse auf den manchmal unvermeidbaren Asphaltpassagen. Das Gewicht geht voll in Ordnung. Von mir aus kann Salomon gerne in der Richtung weiter arbeiten. ;)

    Gruss

    Thomas

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 18. Februar 2020

      Die Gefahr, dass man bei dem Schuh geteilter Meinung ist, ist ziemlich gering. Dafür ist er einfach zu „allroundig“. :hehehe:

  2. Comment by Carsten

    Carsten Antworten 18. Februar 2020

    Dann steigt ja so langsam auch bei mir die Vorfreude auf den neuen Allrounder. Beim Sense Ride 1 war ich ja noch vor dem ersten Lauf etwas skeptisch und nun sind die Ride Modelle so häufig bei mir am Fuß, dass ich so langsam wieder auch die zweite Version durch habe und ich die auch bei besten Willen nicht mehr sauber bekomme. Aber Dreck ist ja eh´nicht schlimm.

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 19. Februar 2020

      Dann sei mutig – den Ride 3 gibt es auch in weiß! :)

      Schöne Seite haste übrigens, Carsten.

  3. Comment by Dominique

    Dominique Antworten 5. März 2020

    Hallo, darf ich fragen, warum du noch keinen einzigen Schuh von Asics im Test hattest?
    Seit langem neben Nike und New Balance meine Lieblingsmarke.
    Anfänglich von mir als nicht ernst zu nehmen abgetan, hat sich das vor allem wegen der hohen Qualität und wegen des guten Laufkomforts sehr schnell geändert.
    Und schon allein der Fakt, dass Asics eine Abkürzung der lateinisch-philosophischen Weisheit „Anima Sana In Corpore Sano – In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ ist, hat mir die Marke noch um einiges sympathischer gemacht.
    Ich zähle die Marke zu den Top-Vertretern im Running Bereich, deshalb wundere ich mich immer wieder, dass ich auf dieser Seite nichts davon sehe.
    Grüße
    Dominique

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 6. März 2020

      Na klar darfst du fragen. ;)

      Zunächst laufe ich in letzter Zeit vornehmlich im Gelände. Da ist Ascis mit seinem Angebot – vorsichtig formuliert – unterrepräsentiert.

      Top-Vertreter im Running Bereich? Das mag stimmen, wenn es um Verkaufszahlen geht, die Topläufer sehe ich auf der Straße aber eher mit Nike und Adidas laufen. Im Triathlon noch mit New Balance und Hoka.

      Was die fehlenden Tests anbelangt: ich hab bisher noch nicht bei Asics nachgefragt. Und die auch nicht bei mir…
      Allerdings bin ich meinen ersten Marathon mit einem Ascis Noosa Tri gelaufen. Falls dich das beruhigt. :hehehe:

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