Der Herbst ist die schönste Jahreszeit. Zumindest für uns Läufer. Auf matschigen Trails rumrennen, durch Pfützen springen – was gibt es Schöneres? Ach halt – da fällt mir was ein: Schuhe testen. Am besten auf matschigen Trails…

Der neue Salomon Wildcross musste ein wenig im Regal ausharren, bis er endlich in die freie Wildbahn entlassen wurde. Es war einfach nicht das Wetter für einen Test – viel zu trocken. Aber jetzt im November durfte er zeigen, was er kann. Und er kann was. Ich war überrascht.

Die Vorgeschichte

Ich mache im Prinzip immer das Gegenteil von dem, was Kilian Jornet macht. Läuft er schnell, laufe ich langsam. Läuft er weit, laufe ich kürzer. Läuft er flach auf der Bahn in Straßenschuhen, wie gerade jetzt bei der Phantasm 24 Challenge, laufe ich mehr Berge in Trailschuhen. Dummerweise hat das bei mir vor allem einen Grund: Der Lack ist ab. Asphalt spare ich mir in Zukunft, Trailrunning jedoch scheint dem Knie zu gefallen. Zumindest habe ich den Eindruck, dass der Waldboden der geeignete Untergrund ist. Lage Rede, kurzer Sinn: Im Wildcross bin ich jetzt mit jenem Totalschaden im Knie bereits ohne Probleme über 80 km auf den wildesten Trails gerannt. Na also, läuft doch. Doch nun zum Test…

First Look: Der Salomon Wildcross

Salomon Wildcross

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich anfangs vom Salomon Wildcross gar nicht so besonders angetan war. Das Design ist beinahe etwas klobig geraten, und im Vergleich zu den Modellen aus der S/LAB Reihe eher unspektakulär. Dann noch dieses gedeckte Blau – für jemanden, der auf rote Schuhe steht schon fast ein No-Go. Aber hey, wir sind ja hier nicht auf dem Laufsteg. Also betrachten wir mal das, was der Schuh zu bieten hat.

Salomon Wildcross

Am auffälligsten sind sicher die großen, schwarzen SensiFit™-Wings, die für den nötigen Halt sorgen sollen. Auf der Innenseite prangt in großen Lettern die Modellbezeichnung – zumindest so lange, bis der erste Kontakt mit dem Lieblingsterrain des Schuhs die Schrift unter einer ordentlichen Matschschicht verbirgt.

Salomon Wildcross

Und dann hätten wir diese Sohle. Ein ziemlich voluminöses Konstrukt aus Vollgummi mit der altbewährten Contagrip® Außensohle. Wie es sich für einen Crossschuh gehört, selbstredend mit multidirektionellen Stollen für die Trittfestigkeit auf matschigen Böden. All das erinnert an den Speedcross 5, den ich bereits testen durfte. Der Wildcross trumpft jedoch mit einer geringeren Sprengung (8 statt 10 mm), mehr Platz im Zehenbereich und weniger Gewicht auf der Waage (305 statt 339 Gramm).

Salomon Wildcross

Nicht gespart hat Salomon auch beim Zehenschutz und der Bereich der Ferse. Das sieht so aus, als ob der Schuh ordentlich etwas abkann, ohne dass der Fuß unter dem harten Einsatz leiden müsste. Selbst auf eine Polsterung unterhalb der Knöchel muss man nicht verzichten.

Der Salomon Wildcross in der Praxis

Gleich vorweg: Ich muss eigentlich nicht erwähnen, dass das kein Schuh ist, der außerhalb unbefestigten Terrains gelaufen werden möchte. Man sieht es an den Stollen. Außerdem hat er es gerne matschig. Und wenn es richtig nass sein sollte – es gibt auch eine GTX Version des Schuhs. Allerdings kann ich gleich zu Beginn verraten, dass ich mehrfach und mutwillig mit dem un-GTX-ten Wildcross durch sämtliche Pfützen gerannt bin, die ich finden konnte. Das Ding trocknet auch wieder. Ehrlich! Wusstet ihr eigentlich schon, dass ich GTX Schuhe unnötig finde?

Salomon Wildcross

Ich habe es oben schon mal erwähnt. Der Salomon Wildcross musste ein wenig auf seinen ersten Einsatz warten. Das Knie und das Wetter – you know. Die Schonfrist hielt allerdings nicht allzu lang. Beinahe alle Läufe auf den Trails, die ich letzter Zeit unternommen habe, sind im Wildcross absolviert worden. Lediglich einen habe ich zum Vergleich im Sense 4 /Pro unternommen, um mal den Grip der beiden Schuhe zu verglichen.

Salomon Wildcross

Okay, das kommt jetzt nicht wirklich überraschend. Der Salomon Wildcross funktioniert im Matsch natürlich wesentlich besser als der Sense 4 /Pro. Der Halt ist selbst unter widrigsten Bedingungen extrem gut, so dass man sich stets sicher fühlt – auch auf wurzeligen Wegen oder steinigen Trails.

Salomon Wildcross

Ziemlich gut gefallen hat mir auch das Dämpfungsverhalten der EnergyCell™+ Zwischensohle. Grob geschotterte Forstwege sind auch auf Dauer kein Problem. Auch nicht für Fersenläufer.

Mein Fazit zum Salomon Wildcross

Der Wildcross ist ganz klar der bessere Speedcross. Diesen Satz hatte ich mir bereits nach dem ersten Lauf für diesen Testbericht in das Großhirn tätowiert. Während sich die beiden Kandidaten im Grip nicht unterscheiden, ist der Wildcross dem Speedcross in Sachen Passform weit überlegen. Der niedrigere Schwerpunkt verleiht viel mehr Sicherheit. Und etwas robuster kommt er auch daher. Wenn es den jetzt noch in Rot gäbe…

Summa summarum: Super Schuh. Ich hätte nicht erwartet, dass wir beide soviel Spaß zusammen haben werden. Mit Sicherheit einer meiner Lieblingsschuhe.

Salomon Wildcross im Matsch

 

Für die Transparenz

Die Werbeagentur von Salomon hat mir die Schuhe kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Testbericht habe ich aus freier Hand geschrieben. Es wurde keinerlei Einfluss auf den Inhalt oder die Bewertung genommen.

Salomon Wildcross

129,95 EUR
9.5

Passform

9.5/10

Design

8.0/10

Funktionalität

10.0/10

Verarbeitung

10.0/10

Preis/Leistung

10.0/10

Spaßfaktor

9.5/10

Positiv

  • Perfekter Grip
  • Tolle Dämpfung
  • Guter Schutz

Negativ

  • Könnte etwas mehr Pep im Design gebrauchen

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