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Den Glauben, ich hätte eine einigermaßen sportliche Figur, verlor ich an dem Tag, als das Paket mit dem neuen Equipment von SKINS eintraf. Ok, vielleicht hätte ich das Shirt nicht in M bestellen sollen. Die Größe passt mir in der Regel schon, nur bei Kompressionsshirts zeigt sich dann leider doch 1:1, wo noch Optimierungsbedarf besteht. Schon allein das Anziehen des Shirts gestaltete sich schwierig. So ungefähr, wie wenn man einen Schlafsack wieder in die Transporthülle zurück stopfen möchte. Nur dass der Sack keinen Kopf und keine Arme hat, die dann auch noch im Weg sind.

Langer Rede, kurzer Sinn. Ich habe das Shirt noch mal zurück geschickt und eins in L bekommen. Immerhin kann ich jetzt darin atmen. So, jetzt habt ihr genug gelacht. Kommen wir nun zum eigentlichen Test.

SKINS DNAmic Short Sleeve Top

Es ist ja nicht so, dass die Kompression nur die oben beschriebenen Nachteile hat – im Gegenteil. Sie stützt und stabilisiert die Oberkörper-, Schulter- und Oberarmmuskulatur. Zudem leitet sie die Feuchtigkeit schneller vom Körper hat. Und – ein sehr entscheidender Vorteil, gerade auf langen Distanzen – sie verhindert ein Wundscheuern der Brustwarzen. Genau aus dem Grund trage ich beim Marathon und auf den langen Vorbereitungsläufen immer Kompressionsshirts.

SKINS DNAmic

Posen wie Cristiano Ronaldo – kann ich. Aber sowohl für eine Fußball-, als auch für eine Modellkarriere ist es zu spät.

Hat man das akrobatische Kunststück des Anziehens vollbracht, sitzt das DNAmic Short Sleeve Top allerdings perfekt wie eine zweite Haut. Fast so, als hätte man nichts an. Wenn da nicht der Kompressionseffekt wäre, an den man sich nach kurzer Zeit überraschend gut gewöhnt. Am Anfang hatte ich noch das Gefühl, dass mir ein wenig die Luft wegbleibt und die Haltung des Oberkörpers nicht wie gewohnt ist. Aber Letzteres ist wohl genau der Punkt, denn ohne diese Korrektur scheint meine Haltung nicht die beste zu sein.

SKINS DNAmic Superpose Half Tights

Im Gegensatz zum Shirt kaschieren die DNAmic Superpose Half Tights alles, was handelsübliche Singlelayer sonst zum Vorschein bringen. Das Kopfkino überlasse ich euch. Die lockeren Außenshorts sehen extrem modisch und sportlich aus – endlich mal Abwechslung in der Kompressionsabteilung. Sowas suche ich schon lange. Wie schon die letztes Jahr getestete A400 sitzt die Tight perfekt und angenehm auf der Haut. Der Kompressionsgrad ist ähnlich – wie ich finde genau richtig.

SKINS DNAmic

Sehr schön, dass diesmal an den Reißverschluss an der Tasche auf der Rückseite der Hose gedacht wurde.

Wie auch das Short Sleeve Top gibt es die Half Tight in verschiedenen Farbkombinationen. Die Styles, die beim Kunden nicht so gut ankommen, werden ab und an übrigens mit extremen Preisnachlässen angeboten. Nur mal so als Tipp…

Jede Menge Technik

DNAmic steht für dynamische gradiente Kompression. Sie bietet unterschiedliche Kompressionsstufen, die während der Bewegungsphase die Sauerstoffzufuhr zu den aktiven Muskeln erhöhen, Laktataufbau vermindern und damit mehr Leistung ermöglicht und die Erholungszeit effektiv verkürzen – soweit die Theorie. Das funktioniert zudem erst dann optimal, wenn man die richtige Größe auswählt. Laut Tabelle liegt meine Größe des Tops genau zwischen M und L. Die Preisfrage für die Theoretiker wäre dann, ob ich mich doch besser als Presswurst in M komprimieren hätte lassen sollen oder mich in L wohler fühlen darf?

Für das angenehme Gefühl des Stoffs auf der Haut ist „Warp Knit“ verantwortlich; eine Kettenwirkware, bestehend aus vielen qualitativ hochwertigen Garnen, welche an sich nicht elastisch sind, jedoch mit der Vermischung mit Spandex-Fäden für den richtigen Grad an Elastizität und somit die ideal ausgeübte Kompression sorgen. Fühlt sich in etwa so an, wie feste, dehnbare Seide.

SKINS DNAmic

It’s equipment, not clothing. Weisste Bescheid, Schätzelein. Das Gummi, auf dem der Claim gedruckt ist, hält das Shirt übrigens perfekt in Position.

Ein weiteres Merkmal ist der hohe UV Schutz (50+). Habe ich ausprobiert – wir hatten tatsächlich Sonne satt, und das an der Nordsee. Ich habe mich unter dem Shirt nicht eingecremt und habe keinen Sonnenbrand bekommen. Toll.

Fazit

Ich gebe es offen und ehrlich zu, dass mein Hauptaugenmerk zunächst einmal auf dem Design des Equipments lag. Das haben die bei SKINS schon drauf, stets meinen zu treffen. Ich schätze zudem, dass die BVB-Fans unter euch noch mehr begeistert sein werden. Was ich schon bei der A400 Tight mochte, war der sehr angenehme Tragekomfort und der ausgewogene Kompressionsgrad. Hinzu kommt eine sehr gute Qualität, was dann letztendlich den doch recht hohen Preis des Equipments (Top 70 EUR, Tights 90 EUR) rechtfertigen mag. Ja und außerdem: „It’s equipment, not clothing…“

Für die Transparenz

Das Short Sleeve Top und die Half Tights wurden mir von SKINS kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Testbericht habe ich aus freier Hand geschrieben. Es wurde keinerlei Einfluss auf den Inhalt oder die Bewertung genommen.

Weitere Reviews im Netz

Selten hatte ich so wenig zu meckern. Eigentlich gar nichts. Klar, der Preis ist hoch und ich könnte mich wieder über die wenigen Reflektoren auslassen, aber die Hose ist einfach super und eine klare Empfehlung.sebastianrennt.de

5 Kommentare

  1. Comment by Markus

    Markus Antworten 12. August 2016

    An eine echte Kompressionshose habe ich mich noch nicht so getraut. Ggf muss ich das mal machen. Und da meine Shirts gerade zu groß werden ( *g* ) muss ich mir da wohl auch mal was neues zulegen. Ich nehme SKINS mal mit in den engeren Kreis auf. Danke für den Testbericht.

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 12. August 2016

      Man muss ich sowohl an derartige Hosen, als auch an Shirts erst einmal gewöhnen. Das schon mal vorweg. Und wenn das ein oder andere Röllchen arg zum Vorschein kommt, nimmt man sie eben als 1st Layer im Winter. ;)

  2. Comment by Stefan

    Stefan Antworten 15. August 2016

    Klingt wirklich interessant. Bisher war ich immer zu geizig mir vernünftige Kompressionskleidung zu kaufen aber dein Artikel hat mich wieder neugierig gemacht :) Ich werde die Marke bei der Auswahl berücksichtigen. Ich bin mal gespannt wie ich in den Klamotten aussehe, bzw. was da so alles raus guckt :D
    Danke für den Artikel, LG

  3. Comment by Damian vom Gesundheit Blog

    Ein Reißverschluss ist so etwas simples und dennoch hatte ich schon so viele Klamotten ohne. Zwar mit Tasche um Schlüssel und sonstiges zu verstauen, aber ohne Verschlussmöglichkeit. Da läuft die Sorge um die eigenen Sachen immer mit und man kann es gar nicht genießen.
    Da ist der Preis wirklich zweitrangig. Manchmal muss es eben ausreichende Qualität sein.

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