Ein Superschuh für den Trail vom Discounter? Kann das was taugen? Na klar. Da bin ich maximal optimistisch – auch wenn ich das vor einiger Zeit noch nicht gewesen wäre. Doch spätestens seit dem Test des KIPRUN KIPSUMMIT Max weiß ich, dass Decathlon durchaus ganz oben mithalten kann.
Und wenn für diese Behauptung noch irgendeinen Beweis nötig gewesen wäre: Blandine L’Hirondel siegt als erste Frau im Feld und als 26. Gesamtplatzierte beim diesjährigen UTMB in einer Zeit von 21:54:49 – in einem KIPRUN KIPSUMMIT Race. In dem Schuh, den ich euch hier vorstellen möchte.
First Look
Eine patentierte Carbon-Platte, Fastech+-Schaum und eine Vibram-Sohle zum Schnäppchenpreis? Na ja, nicht ganz. Immerhin kostet der Schuh in dem hier gezeigten Colourway „Vanillegelb“ im Onlineshop 199,99 Euro. Wer lieber ein auffälliges „Anisgrün“ haben möchte, sollte schnell zuschlagen, denn diese Variante gibt es aktuell für 159,99 Euro im Angebot. Sieht so aus, als stünde da bald der Nachfolger bereit.
Doch schauen wir uns den Schuh mal genauer an. Was mir schon mal sehr gut gefällt: Der KIPRUN KIPSUMMIT Race besitzt eine integrierte Gamasche und schützt so vor Schmutz und Steinchen im Schuh. Meinen eher schmalen Füßen kommt die enge und sichere Passform im Mittelfußbereich sehr entgegen. Auf das Thema „eng“ kommen wir gleich noch mal zurück.
Die Zwischensohle aus Fastech+, einem SCF-Schaum aus superkritischem ATPU, ist unter der Ferse 37,5 mm und unter dem Vorfuß 31,5 mm hoch. Daraus ergibt sich eine Sprengung von 6 mm. Unter der Außensohle sorgt Vibram Megagrip Litebase mit 4-mm-Traction-Lug-Stollen für starken Grip.
Wie macht sich all das auf der Waage bemerkbar? Der KIPRUN KIPSUMMIT Race ist ein Wettkampfschuh und sollte somit möglichst wenig wiegen. Und das ist auch der Fall: Mit 278 Gramm in meiner Größe 44 reiht er sich durchaus in die Leichtgewichte ein.
Das atmungsaktive und augenscheinlich recht robuste Obermaterial ist aus einem Stück gefertigt und besitzt nur dezente Overlays. Die Zunge ist integriert, wenig gepolstert und wird durch eine eher klassische Schnürung ergänzt. Für die Schnürsenkel gibt es in der Mitte der Zunge eine kleine Lasche zum Verstauen. Wie wichtig die Anziehhilfe an der Ferse ist, zeigt gleich der Praxistest.
In der Praxis: Wie läuft sich der KIPRUN KIPSUMMIT Race?
Mal eben auf die Schnelle in den Schuh reinschlüpfen? Womöglich noch mit Kaffeebecher in der Hand? No way! Ich erwähnte es bereits: Selten habe ich einen Schuh getestet, bei dem die Anziehhilfe so wichtig ist wie bei diesem. Ohne die Schlaufe an der Ferse hat man kaum eine Chance, in den Schuh zu kommen.
Dafür sitzt er aber – wenn man einmal drin ist – wie angegossen. „Wozu braucht der noch Schnürsenkel?“, frage ich mich. Die Schnürsenkel waren so ziemlich der einzige Kritikpunkt, den ich beim KIPRUN KIPSUMMIT Max (hier im Test) hatte. Zu lang – zu fummelig. Hier beim KIPRUN KIPSUMMIT Race hingegen ist alles perfekt.
Perfekt ist auch der Vortrieb des Schuhs, den man sofort wahrnimmt, sobald man damit unterwegs ist. Er erinnert mich ein wenig an den Adidas Terrex Agravic Speed Ultra 2, den ich ebenfalls zu Hause im Regal stehen habe. Das zeigt sich besonders auf dem Trail, wobei der KIPRUN KIPSUMMIT Race durch seine breitere Sohle merklich stabiler ist. Wer also Fan des Speed Ultra ist, sollte den Schuh einmal genauer unter die Lupe nehmen. Das Dämpfungsverhalten empfinde ich als ähnlich, ebenso den Vortrieb. Zusätzlich fühle ich mich auf Unebenheiten sicherer. Tja, und merklich günstiger ist der KIPRUN KIPSUMMIT Race auch noch.
Mein Fazit zum KIPRUN KIPSUMMIT Race
Der KIPRUN KIPSUMMIT Race macht definitiv Spaß. Vor allem auf schnelleren und gut laufbaren Trails zeigt er, was er kann. Weniger mag ich ihn auf Forststraßen – dort würde ich eher zum KIPRUN KIPSUMMIT Max greifen, dessen üppige Dämpfung auf langen, gleichmäßigen Abschnitten für mich einfach angenehmer ist. Würde ich ihn auf einem Ultra tragen? Kommt auf den Forststraßenanteil an, aber im Grunde: Ja!
Eine klare Empfehlung bekommt der KIPRUN KIPSUMMIT Race von mir auf alle Fälle. Vor allem beim derzeitigen Angebotspreis kann man nicht viel falsch machen – es sei denn, man hat breite Füße. Dann wird’s bereits bei der Anprobe schwierig.
Für die Transparenz
Der KIPRUN KIPSUMMIT Race wurde mir für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Bericht habe ich aus freier Hand geschrieben. Es wurde keinerlei Einfluss auf den Inhalt oder die Bewertung genommen.
















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