Ich muss euch etwas gestehen: Ich hatte eine On-Off-Beziehung. Genauer gesagt mit einer Uhr. Sage und schreibe drei Anläufe hat es gebraucht, bis ich die Richtige gefunden habe. Eine etwas ungewöhnliche Einleitung zu einem Testbericht, muss ich zugeben, aber vielleicht könnt ihr es am Ende des Beitrags verstehen.

Als im Mai 2023 die Vertical von SUUNTO auf den Markt kam, war ich von einer Sekunde auf die nächste schockverliebt in das gute Stück. Unsere Liebschaft hielt allerdings nur ein gutes halbes Jahr. Schuld war ich, denn ich bin anschließend mit einer GARMIN fremdgegangen. Ja, hey. Was sollte ich machen? Die hatte ein AMOLED-Display, da bin ich einfach schwach geworden. Bin ja nicht mehr der Jüngste, da ist eine gut ablesbare Uhr Gold wert.

Doch das schlechte Gewissen trieb mich im Frühjahr letzten Jahres doch wieder zurück zur Vertical. Sch… auf das tolle Display, die schönere Uhr kommt aus Finnland. Zugegeben – eine etwas seltsame Vorgeschichte, die sich aber in der Tat so zugetragen hat. Fortan begleitete mich das Topmodell von SUUNTO auf einigen Ultras, und mit der Liebe zu der Uhr war ich offensichtlich nicht ganz allein.

SUUNTO Vertical

Die GARMIN, genauer gesagt eine Epix 2, liegt für den Fall der Fälle noch immer im Regal. Müsste sie aber eigentlich nicht mehr, denn mittlerweile gibt es das Nachfolgemodell der Vertical. Und die hat ein AMOLED-Display.

Die SUUNTO Vertical 2 – ein gelungenes Update zur Vertical 1?

Mit der neuen Vertical 2 hat SUUNTO sein Outdoor-Flagschiffmodell in vielen Details optimiert. Aber ausgerechnet beim Display findet der Wechsel auf ein hochauflösendes AMOLED-Displays nicht überall Anklang. Wohl auch aus dem Grund, dass es noch etliche Fans der energieeffizienteren MIP-Technologie gibt, bleibt die Vertical 1 weiterhin im Programm. Auch ich muss zugeben, dass ein MIP-Display nicht immer die schlechtere Wahl ist, aber dazu später mehr.

SUUNTO Vertical 2

Auch wenn das hier kein detaillierter Testbericht, sondern eher ein Praxisvergleich der Modelle sein wird, möchte ich kurz auf ein paar Updates der neuen Uhr eingehen, die für mich am meisten relevant sind. Das größere und hellere 1,5-Zoll-AMOLED-Display mit mit adaptiver Bildwiederholfrequenz (1–120 Hz) und bis zu 2000 Nits hatte ich schon erwähnt. Genau genommen war das der Grund, der die Uhr für mich besonders interessant gemacht hat.

Die integrierte LED-Taschenlampe kenne ich bereits aus der GARMIN Epix 2. Nice-To-Have, mag man denken, aber wenn man sich einmal dran gewöhnt hat, fehlt sie doch, wenn man eine Uhr ohne dieses Feature trägt. Nach dem ersten Software-Update nähert sich die Bedienung der zugegeben kaum verbesserungswürdigen Art und Weise von GARMIN an, aber da ist noch Optimierungspotenzial: Während einer Aktivität ist die Lampe nur in den Einstellungen zu aktivieren. Das muss besser werden.

Was mich an der Vertical 1 wirklich sehr genervt hat, war das Ladegerät. Das hatte schon ein wenig von einem Geduldsspiel, wenn man die Uhr exakt auf den beiden kleinen Magneten platzieren wollte. Und selbst dann war der Halt nicht wirklich dauerhaft. Das neue Exemplar ist da wirklich ein Quantensprung. Warum nicht gleich so?

Der optische Herzfrequenzsensor soll nicht nur neu, sondern auch besser sein. Ob er wirklich besser ist, kann ich ehrlich gesagt wenig beurteilen, da ich immer mit einem externen Sensor unterwegs bin, genauer gesagt mit dem COROS HFM. Was sicher aber auch dem Benefit des neuen Sensors zuzuschreiben ist: Die Schlafdatenauswertung auf der Vertical 2 ist wesentlich genauer und auch umfangreicher.

Die SUUNTO Vertical 2 im Praxistest

Kurz nach dem Erscheinen der Vertical 2 hatte ich Gelegenheit, die Stainless Steel Variante für vier Wochen testen zu können. Ich versaue kurz den Spannungsbogen und greife dem Testergebnis schon vorweg: Ich habe mir noch vor dem Ende des Testzeitraums die Titanium Version bestellt.

Der ausschlaggebende Punkt war im Grunde das AMOLED-Display, dessen Vorteile sich allerdings eher im täglichen Gebrauch als während der Workouts zeigen. So ist das MIP-Display gerade bei Sonnenlicht mindestens genauso, wenn nicht gar besser ablesbar als das neue AMOLED-Display. Abends, im Dunkeln auf der Couch, lassen sich die Daten auf dem neuen Display jedoch viel besser ablesen. Und ehrlich gesagt oder besser gefragt: Wie viel schöner sehen denn die ganzen Watchfaces aus? Wow.

SUUNTO Vertical 2

Meine Befürchtungen, dass sich durch das AMOLED-Display die Akkulaufzeit wesentlich verkürzt, hat sich als unbegründet herausgestellt. Die muss sowohl bei der Vertical 1 als auch bei der Vertical 2 nach ca. 14 Tagen zurück an den Strom. Dabei habe ich bei Vertical 2 sogar die Benachrichtigungen aktiviert, was ich bei der Vertical 1 nicht hatte.

SUUNTO Vertical 2SUUNTO Vertical 2SUUNTO Vertical 2

Auf dem brillanten Display macht die ohnehin schon gute Navigation natürlich noch mehr Spaß. Bei der Gelegenheit muss ich unbedingt erwähnen, dass SUUNTO jetzt mit dem Routeplanner ein neues Tool veröffentlicht hat, mit dem die Navigation jetzt auch im Browser geplant und auf die Uhr übertragen werden kann. Müsst ihr unbedingt mal ausprobieren. Das funktioniert natürlich auch mit anderen Modellen, also auch mit der Vertical 1. Zusätzlich kann man auch das GPX-File herunterladen, somit lässt sich das Tool auch „markenübergreifend“ nutzen. ;)

Pros und Cons

Neben den ganzen Pros wie Display, Akkulaufzeit, neuer Sensor und neues Ladegerät gibt es auch zwei Dinge, die mir nicht so gut gefallen:

Eher Geschmacksache ist da das Design des neuen Titanmodells. Die Lünette der Uhr hat nämlich nicht mehr den helleren Titanlook, sondern nähert sich farblich beinahe einem Schwarz, was ich nicht ganz so edel aussehend finde. Auch die kleinen Striche am Rand des Displays fehlen beim neuen Modell.

Das zweite Manko betrifft im Prinzip alle Uhren mit AMLOED-Display. Da das Display aus Energiespargründen nicht dauerhaft aktiv ist, muss man den Arm etwas anheben, um es ablesen zu können. So ist es anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, dass man die Uhrzeit nicht aus dem Augenwinkel ablesen kann. Zudem dauert es noch eine knappe Sekunde, bis es aktiv ist. Nun ja – man kann nicht alles haben.

Mein Fazit zur SUUNTO Vertical 2

Weiter oben habe ich es bereits verraten. Der SUUNTO Vertical 2 konnte ich nicht widerstehen. Das AMOLED-Display hat mich arg getriggert. Natürlich stellt sich die Frage, ob das jetzt wirklich hätte sein müssen? Ganz ehrlich gesagt: Nein. Das ist wirklich reiner Luxus – nach dem Motto: Man gönnt sich ja sonst nichts. Die Vertical 1 auch nach bald drei Jahren, seitdem sie auf dem Markt ist, eine verdammt gute Uhr. Das Update hätte also nicht unbedingt sein müssen.

Wer allerdings vor einer Neuanschaffung steht, dem würde ich zur Vertical 2 raten, zumal deren Preis (UVP 599 EUR für die Stahl- und UVP 699 EUR für die Titanvariante) im Vergleich zu den Uhren der Mitbewerber wirklich verdammt fair ist.

PS: Hat jemand Interesse an einer GARMIN Epix 2? Die wäre hier jetzt in Tat endgültig abeitslos. :hehehe:

SUUNTO Vertical 2

 

Für die Transparenz

Die SUUNTO Vertical 2 wurde mir für einen vierwöchigen Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Die hier gezeigte SUUNTO Vertical 1 ist meine eigene Uhr. Den Bericht habe ich aus freier Hand geschrieben. Es wurde keinerlei Einfluss auf den Inhalt oder die Bewertung genommen.

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