Vor einigen Jahren hat ASICS den Superblast auf den Markt gebracht – und damit bewiesen, dass maximale Dämpfung und Tempo kein Widerspruch sein müssen. Schon damals wurde der Schuh regelrecht gehyped, und ich war zugegeben auch interessiert, was an dem Modell denn so besonders ist. Zu einem Test ist es allerdings nie gekommen – bis jetzt. Die Version Nummer 3 durfte mich in den letzten Wochen auf einer etwas anderen Art und Weise als üblich begleiten.

Der Plan war eigentlich anders. Den neuen Superblast 3 von ASICS hatte ich ursprünglich in die engere Wahl für den Rennsteig Supermarathon genommen. Die Strecke besteht hauptsächlich aus der berühmt-berüchtigten Waldautobahn – da kann man ruhig schon mal einen Straßenschuh nehmen, wenn es nicht gerade regnet. Und wenn er dann noch so gut gedämpft und flott ist, wie der Superblast – why not?

Dummerweise kam eine Verletzung dazwischen – die Tibialis Porsterior Sehne machte Mucken. An einen Start war somit nicht zu denken. Die Auswahl an Schuhen, bei der die Sehne einigermaßen gnädig ist, war bescheiden. Jetzt kommen wir gleich zum ersten Pluspunkt für den Superblast 3, der zugegeben nicht allgemeingültig und somit wenig aussagekräftig ist: Mit ihm ließ es sich laufen. Zwar nicht auf langen Strecken, für die er eigentlich gedacht war, aber immerhin vom Einstauben wurde er bewahrt. :hehehe:

First Look

ASICS Superblast 3

Der ASICS Superblast 3 ist in fünf Colourways erhältlich. Die prominenteste Variante „Cobalt Burst/Light Orange“ hat mich regelrecht visuell bezirzt – um es weniger geschwollen auszudrücken: Sieht schon geil aus, oder? Das gewebte Obermaterial hingegen ist, von der Farbgebung mal abgesehen, recht clean gehalten.

ASICS Superblast 3

Ich bin eigentlich kein Fan von hoher Stackheight. Ich warte immer noch auf den Tag, an dem man den Bounce einer 40 mm Sohle in 20 mm unterbekommt. Ziemlich widersprüchlich, dass ich dann einen derartigen Schuh testen mag, oder? Jepp, wohl war. Aber beim Superblast muss ich eine Ausnahme machen, denn die Mittelsohle ist hier das eigentliche Gesprächsthema.

ASICS Superblast 3

ASICS hat den Superblast 3 auf eine Fersenhöhe von 46,5 mm hochgezogen – 1,5 mm mehr als beim Vorgänger. Unter dem Vorfuß sind es 38,5 mm – die Sprengung bleibt somit bei 8 mm. Was sich hingegen grundlegend geändert hat: Statt FF Turbo+ kommt jetzt FF Leap als obere Lage zum Einsatz – dasselbe Schaummaterial, welches ASICS bislang ihren Wettkampfschuhen der Metaspeed-Linie vorbehalten hatte. Darunter sitzt weiterhin eine stabilisierende Schicht aus FF Blast+.

Das Ergebnis auf dem Papier: 33 % leichter und 13 % reaktiver als der bisherige FF Blast – bei gleichzeitig höherem Volumen. Und trotz des Mehr an Schaum kommt der Superblast 3 rund 13 Gramm leichter daher als sein Vorgänger. In meiner Größe EUR 44,5 wiegt er gerade mal 250 Gramm.

ASICS Superblast 3

Die Außensohle wurde ebenfalls überarbeitet – die Vorfußgeometrie soll durch eine trampolin-inspirierte Struktur den Abdruck effizienter machen. Auch die Traktion und die Haltbarkeit wurden verbessert, beide sollen wohl Baustellen beim Superblast 2 gewesen sein. Kann ich aber nicht beurteilen.

ASICS Superblast 3

Praxistest: Wie läuft sich der ASICS Superblast 3?

Ja, wie läuft er sich wohl, der neue ASICS Superblast 3? Da war ich tatsächlich mehr als gespannt. Das Vorgängermodell, der Superblast 2, wird beinahe als brettartig beschrieben, und mein bisheriger Favorit in der Kategorie „Daily Trainer“, der ASICS Novablast 5 (hier im Test), ist eher das Gegenteil – spritzig und bouncy, aber bei Zeiten auch etwas instabil.

ASICS Superblast 3

Die erste Überraschung: Der Fuß sinkt merklich tief ein, der FF Leap Schaum federt deutlich zurück. Mich umschleicht beinahe ein weiches, umhüllendes Gefühl – ohne dabei in die von mir befürchtete, schlabbrige Komfortzone eines reinen Dämpfungsschuhs abzugleiten.

Eher langsame Dauerläufe sind gerade angesagt. Der Verletzung geschuldet. Der Superblast 3 schluckt sie klaglos. Auch bei moderatem Tempo bleibt die Rückmeldung angenehm und das ohnehin schon minimale Schuhgewicht verschwindet praktisch aus dem Bewusstsein. Wer viel Trainingskilometer auf hartem Untergrund absolviert und dabei Gelenke schonen möchte, wird hier sehr glücklich werden.

Was bleibt, ist die typische Superblast-Stabilität. Die FF Blast+-Schicht im Unterbau leistet ganze Arbeit: Der Schuh ist trotz der enormen Stackheight überraschend wenig wankelmütig. Das unterscheidet ihn von so manchem anderen Max-Cushion-Konzept auf dem Markt.

Mein Fazit zum ASICS Superblast 3

Beim Vergleich mit dem Novablast 5 wird der Unterschied in der Philosophie deutlich. Der Novablast ist der agile Allrounder – ein Schuh, der einem das Tempo regelrecht aufschwatzt. Der Superblast 3 dagegen ist das große Bruder-Modell: mehr Stack, mehr Volumen, eine weichere Landung, aber auch ein etwas gedämpfteres Direktgefühl. Während der Novablast einen beim ersten Lauf förmlich nötigt, ein Schippchen draufzulegen, schickt der Superblast 3 einen eher auf einen Sonntags-Long-Run.

Wenn ich ehrlich bin, bin ich Team Novablast. Der ist spritziger, direkter, und treibt mich auf eine Art an, die der Superblast 3 – bei allem Komfort und aller Qualität – einfach nicht ganz erreicht. Den Superblast sehe ich auf „den langen Kanten“. Ich denke derzeit eher in Hausrunden, und dafür ist der Novablast mein Favorit. Der Superblast 3 hat seinen Platz im Regal sicherlich verdient, aber der Novablast 5 verteidigt seinen vehement.

ASICS Superblast 3

 

Für die Transparenz

Der ASICS Superblast 3 wurde mir für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Bericht habe ich aus freier Hand geschrieben. Es wurde keinerlei Einfluss auf den Inhalt oder die Bewertung genommen.

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