Exit

Laufen ist eine Risikosportart. Glaubt ihr nicht? Doch, ist so. Auf der Straße wird man von rücksichtslosen Autofahrern umgenietet und im Park von Nordic Walkern aufgespießt. Kommt aber besser nicht auf die Idee, im Herbst durch die heimischen Wälder zu rennen, sonst ergeht es euch noch wie der Holden und mir.

Gerade genießen wir noch unseren Lauf und die herbstliche Stimmung im Wald, als ich stutzig werde. Was ist denn das für ein Bellen und Gebrüll dort im Unterholz? Ich ahne schon, was gleich folgen wird, doch den Schreck nimmt es mir nicht. Der Schuss kommt mir vor, als wäre er unmittelbar neben mir eingeschlagen. Es folgt ein jämmerliches Heulen eines Tiers. Ich hab keine Ahnung von der Jagd, aber es hörte sich so an, als hätte man das Wild nicht tödlich erlegt.

Gut, dass wir – im Gegensatz zu dem Tier – noch in der Lage waren wegzulaufen. Bis zum nächsten Abzweig, der gleichzeitig auch auf ein freies Feld mündete, war es nicht mehr weit. Zeit also, mächtig Fersengeld zu geben. Panik und Adrenalin in einem Aufwasch – hey, da geht was in Sachen Pace, das sage ich euch!

Neulich lief mir noch so ein kleiner Wildschwein Frischling über den Weg. Das hatte bereits gereicht – vong Schock her. Schließlich hatte ich vermutet, dass die Familie gleich hinterher kommt. Aber das Erlebnis vom letzten Wochenende – muss man nicht unbedingt noch mal haben. Von Jagdunfällen hört man ja schließlich genug. Scheinbar muss das Waldgebiet noch nicht mal abgesperrt werden, wenn dort rumgeballert wird. Ein Wahnsinn, der mir völlig unverständlich ist. Und ob die Jagd auf Wildschweine generell sinnvoll ist, scheint mir auch nicht so ganz klar, wenn ich das hier lese. Wie seht ihr das?

9 Kommentare

  1. Comment by Pooly

    Pooly Antworten 15. November 2017

    Guten Morgen,

    hier auf dem Land wird auch mal gerne ein wenig herumgealbert. Letztens war ich mitten in der Pampa unterwegs und habe auch mehrere Schüsse gehört obwohl weit und breit keine Jäger zu sehen waren.

    Wildtiere sind so ein Thema. Gerade Wildschweine mit Frischlingen sollte man meiden (sofern es geht ;-) ). Ich habe noch mehr Respekt vor Greifvögeln…

    Am „schlimmsten“ sind jedoch Hofhunde. Da habe ich schon einmal ein ziemlich übles Erlebnis gehabt als mit zwei (!!) dieser Gattung an der Wade hingen (aber zum Glück nicht zugebissen haben).

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 15. November 2017

      Hofhunde gibt es hier nicht. Eher so Kläffköter, die gerne ein Hofhund sein möchten.

      Das eigentliche Problem sind ja auch eher die Hundehalter, die ihre Vierbeiner trotz Leinenzwang in Parks frei laufen lassen oder im Pulk mit anderen Gassigehern die ganze Breite des Weges für sich beanspruchen. Mal Platz machen, wenn ein Läufer angetrabt kommt? Wozu? Der kann doch über den vollgekackten Wegesrand ausweichen. Die Strecke habe ich übrigens als Segment bei STRAVA als Hundehighway deklariert.

  2. Comment by Cindy

    Cindy Antworten 15. November 2017

    Oh da hattet ihr aber ein echt unangenehmes Erlebnis und ich kann mir vorstellen, wie schnell man auf einmal flitzen kann. Dein Bericht ist aber super geschrieben und wünsche euch für die nächsten Läufe wieder nur „positive vibes“.

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 16. November 2017

      Danke für dein Lob, Cindy.

      Flitzen – schön und gut, das haben wir gemacht. Wir waren uns allerdings nicht sicher, ob es schlau ist, einfach weiter zu rennen oder umzukehren. Wir hätte ja auch direkt ins Verderben laufen können… :hehehe:

  3. Comment by Oliver

    Oliver Antworten 17. November 2017

    Ich hatte letztes Jahr das Problem mit einer Treibjagd.

    Bin die Hälfte meines ersten HM gelaufen und wollte wieder den Heimweg antreten und dann war auf einmal der Wald durch den ich eine halbe Stunde vorher gelaufen bin, wegen Treibjagd gesperrt. Vorher waren dort keine Schilder. Ich musste den Weg jedoch wieder zurück, eine andere Strecke gab es nicht. Mich konnte auch niemand via Auto etc. abholen.
    Daher musste ich durch den Wald laufen. Hatte schon ein ungutes Gefühl, aber mir blieb ja nix anderes übrig.

    Finde es eine unverschämtheit, dass die **** Jäger einfach so kurzfristig beschließen, wir jagen mal schnell paar wehrlose Tiere…… Und dann ohne Ankündigung……

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 17. November 2017

      Autsch, das ist dann aber echt gewagt, da durch zu laufen. Ich weiß nicht, was ich da gemacht hätte.

      Hoffentlich hattest du wenigstens auffällige Kleidung an.

  4. PINGBACK › Lesenswerte Links – Kalenderwoche 46 in 2017 - Ein Ostwestfale im Rheinland

Dein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren. Auch möglich: Abo ohne Kommentar.

Close
Go top