So ein Base Layer hat einen furchtbar undankbaren Job. Als unterste Schicht fristet er sein Dasein im Verborgenen, im Idealfall soll er zudem nicht wahrgenommen werden. Geben wir ihm daher ein wenig Aufmerksamkeit, denn immerhin muss er für ein effektives Feuchtigkeitsmanagement sorgen. Zum ersten Mal habe ich nun im letzten Winter einen Base Layer aus Merinowolle testen können. Was kann der besser, als ein Exemplar aus Kunstfasern oder Baumwolle?

Merinowolle – ein natürliches Wunderwerk

Merinowolle ist eine Naturfaser, die in der letzten Zeit zum Kassenschlager geworden ist. Als ich vor fünf Jahren mit dem Laufen begonnen hatte, gab es Shirts aus Kunstfaser oder aus …ähm… Kunstfaser. Immerhin kannte ich Merino bereits, denn die Holde hatte einen Schal aus dieser Wolle. Ja, ok. Kratzt nicht und ist flauschig, aber hey – echte Kerle tragen Polyester auf der Haut. Nach dem Training Rammsteins „Du riechst so gut“ grölen – das klappt halt nur damit.

Allerdings hat Merinowolle echte Vorteile für uns Läufer. Durch die vielen feinen Fasern wirkt das Material nicht nur weicher als Baumwolle, sondern schließt auch mehr Luft ein, was eine wärmeisolierende Wirkung verspricht. Zudem sind die Merinofasern wasserabweisend, so dass die Feuchtigkeit nur vom Gewebe aufgenommen wird, nicht aber von der Faser. Somit fühlt sich Merinowolle auf der Haut nicht nass an und zudem trocknet sie schneller.

Ein weiterer Vorteil, um noch mal auf Rammstein zurückzukommen: man riecht in der Tat besser, denn Merino eliminiert als Naturfaser den Schweißgeruch.

Das Icebreaker BodyfitZONE 150 Zone Long Sleeve Crewe im Detail

Icebreaker BodyfitZONE 150 Zone Long Sleeve Crewe
Ein Hauch von nichts in einer Farbe, die an holländische Tomaten erinnert – so erblickt der Base Layer von Icebreaker das Licht der Welt, als ich ihn aus dem Karton befreie. Die 150 steht für Ultralight als leichteste Variante der Base Layer, die Icebreaker im Angebot hat. Hätte man es gerne wärmer, greift man zu 200 (Lightweight) oder zu 260 (Midweight). Da es bei uns in der Region im Winter selten kälter als -5°C wird, reicht die Ultralight Version völlig aus. Zur Not zieht man zwischen Jacke und Base Layer noch ein Laufshirt – aus (sorry) Kunstfaser.

Icebreaker BodyfitZONE 150 Zone Long Sleeve Crewe

Optisch leicht erkennbare, thermisch abgestimmte Zonen speichern die Wäre dort, wo sie gebraucht wird und geben sie dort ab, wo man es gerne kühler hätte. Im Schulterbereich und unter den Armen ist das Gewebe dementsprechend weitmaschiger als in den restlichen Bereichen.

Die Merinowolle ist mit Nylonfasern ummantelt und mit LYCRA gemischt. Der Stoff fühlt sich entsprechend elastisch an und sitzt gut und eng anliegend am Körper ohne die Bewegungsabläufe einzuschränken.

Icebreaker BodyfitZONE 150 Zone Long Sleeve Crewe

Was mir ehrlich gesagt nicht so gut gefällt, sind die Daumenschlaufen (auch „Thumb Loops“ genannt). Für den Wintersport kann ich mir durchaus vorstellen, dass man es den Handgelenken gerne muckelig hat, aber beim Laufen finde ich sie eher hinderlich. Erst recht, wenn man eine Uhr mit Pulsmessung am Handgelenk einsetzt. So gesehen waren die Ärmel für mich ca. 15 cm zu lang, und ich musste sie dementsprechend umkrempeln. Sieht dann halt nicht so chic aus, wenn man den Base Layer unter einer Weste anzieht.

Im Praxiseinsatz

Das Icebreaker BodyfitZONE 150 Zone Long Sleeve Crewe habe ich fast ausschließlich bei langen Läufen im Temperaturbereich zwischen -5°C und +10°C getestet. Als First Layer kam entweder eine leichte Jacke oder eine Regenjacke zum Einsatz. In den meist 2 bis 3-stündigen Einheiten hatte der Base Layer genügend Zeit, sich mit Nässe voll zu saugen – entweder mit Schweiß oder mit dem Zeug, was ständig vom Himmel tropfte. Überraschender Weise hat ich dabei nie das Gefühl, dass der Stoff an der Haut klebt oder sich in irgendeiner Art und Weise unangenehm anfühlt.

Gerade heute, sozusagen im finalen Test vor dem Bericht, begleitete mich der Base Layer unter der SCOTT Jacke auf 25 km bei strömenden Regen. Erst als ich zu Hause die Jacke ausgezogen hatte, fiel mir auf, wie nass das tomatenrote Wunderwerk aus neuseeländischer Produktion ist. Auf der Haut selbst merkte ich die Nässe gar nicht.

Mein Fazit zum Icebreaker BodyfitZONE 150 Zone Long Sleeve Crewe

Zunächst muss ich mal lobend erwähnen, dass Icebreaker sich Nachhaltigkeit ganz groß auf die Fahne geschrieben hat. Finde ich toll. Ob sich der Produktname „Icebreaker BodyfitZONE 150 Zone Long Sleeve Crewe“ nachhaltig in den Hirnrinden der Konsumenten festsetzen wird, kann ich nicht beurteilen. Ist sicher der Schenkelklopfer in der Marketingabteilung von Icebreaker und neuseeländischer Humor, den wir hier nicht verstehen.

Jetzt aber zum Base Layer: ergonomisch und funktionell gibt es daran nichts auszusetzen. Im Gegenteil – mein erstes Testobjekt mit Merinowolle konnte vollends überzeugen, mal abgesehen von den Daumenschlaufen. Auch der Preis geht in Anbetracht des Materials und der Qualität durchaus in Ordnung.

 

Für die Transparenz

Die Werbeagentur von Icebreaker hat mir den Base Layer kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Testbericht habe ich aus freier Hand geschrieben. Es wurde keinerlei Einfluss auf den Inhalt oder die Bewertung genommen.

Icebreaker Merino Base Layer 150

85,95 €
Icebreaker Merino Base Layer 150
9.2

Passform

9.0 /10

Design

8.0 /10

Funktionalität

10.0 /10

Verarbeitung

10.0 /10

Preis/Leistung

9.5 /10

Spaßfaktor

8.5 /10

Positiv

  • Gute Passform
  • Hält warm
  • Gutes Feuchtigkeitsmanagement
  • Nachhaltigkeit
  • Naturstoff

Negativ

  • Daumenschlaufen

4 Kommentare

  1. Comment by Thomas

    Thomas Antworten 17. März 2019

    Hmm… so richtig begeistert bist Du aber nicht? Ich finde Merinowolle als Baselayer extrem angenehm – wenn sichergestellt ist, dass man nicht durch Wind auskühlen kann.

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 18. März 2019

      Doch, von der Funktionalität schon. Allein die Daumenschlaufen haben mich genervt.

  2. Comment by Micha

    Micha Antworten 17. März 2019

    Und ich Trottel nutz einfach nur das FinisherShirt aus guten, alten Zeiten.

    • Comment by Martin

      Martin Antworten 18. März 2019

      Oha. Ich sag nur: Rammstein! :hehehe:

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